Testament der Angst (LP/CD, What´s so funny about../eastwest, 2001) 1) Graue Wolken 2) Weil es Liebe ist 3) Eintragung ins Nichts 4) Anders als Glücklich 5) Testament der Angst 6) Die Diktatur der Angepaßten 7) Der Wind 8) Wellen der Liebe 9) Abendlied Graue Wolken (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Wo kommen all die grauen Wolken her? Ich schau nach draußen auf den Tag, Es regnet und ich kann nicht mehr Wo ist der blaue Himmel hin? Ich weiß nicht, warum ich lebe, Nur, daß ich am Leben bin Dann steh ich auf und gehe unter Menschen Und frage mich, was kann ich tun? Ich will sie hassen Und kanns nicht lassen, In allem, was sie ausmacht, auch ein Stück von mir zu sehen. Wo kommen all die grauen Wolken her? Die ganze Welt dreht sich im Kreis Ich seh mich um und will nicht mehr Wo ist die rote Sonne hin? Arbeit, Fernsehen, Schlafengehen, So macht das Leben keinen sinn Dann steh ich auf und gehe unter Menschen Und frage mich, was soll ich tun Ich kanns nicht fassen Sie könnens nicht lassen Nur ihre eignen Leben, immer nur sich selbst zu sehen. Wo kommen all die grauen Wolken her? Ich schau nach draußen auf den Tag Es regnet, und ich kann nicht mehr Ich weiß nicht woher, weiß nicht wohin Ich weiß nicht, warum ich lebe, Nur, daß ich am Leben bin. zurück Weil es Liebe ist (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Weil es Liebe ist um das Gefühl zu beschreiben und wie gut es ist wenn es mit uns geschieht. Man sagt: ich liebe Dich um einander zu zeigen, daß man glücklich ist weil es den Anderen gibt Liebe fängt an als flüchtiger Moment das Gefühl, daß man den Anderen schon lange kennt. Und wie stark es ist was für ein herrliches Leiden wie verliebt man ist und wie sehr man sich sehnt daß es Liebe ist und zwar auf beiden Seiten und wie geil es ist wenn man sich dann küßt Liebe ist Freundschaft, Sex und Zärtlichkeit Liebe ist das Ende der Ewigkeit Du - ich such nach einem Bild für Dich Du - zu zeigen was Du für mich bist Du - ich habe Dich solang vermißt Du - weil es Deine Liehe ist Und wenn es Alltag ist fängt man sich zu streiten weil es nicht einfach ist sich dabei treu zu bleiben und weil es Liebe ist sich nicht zu verschweigen was einem wichtig ist damit es weitergeht Liebe ist der Versuch sich zu verstehen Liebe ist eine Technik und ein System Du - ich such nach einem Bild für Dich Du - zu zeigen was Du für mich bist Du - ich habe Dich solang vermißt Du - weil es Deine Liebe ist Und weil es Liebe ist bleibt es schwer zu beschreiben weil es im Wandel ist der Zauber zwischen uns beiden und ob es Liebe ist ein Lied darüber zu schreiben weiß ich nicht nur daß es Du bist zurück Eintragung ins Nichts (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Eintragung ins Nichts: wir kommen ungefragt und gehen ungefragt der Schmerz sagt ich die Tränen werden hart und der Körper zeigt Schwäche Ich steh' im Bad und sehe rot die Spatzen pfeifen von den Dächern ich glaub der Hahn ist tot ich schlag die Zeitung auf und werde zum Rächer Man muss den Tatsachen ins Auge sehen O.K., das reicht - wir werden nicht bestehen Eintragung ins Nichts - das sind wir unbemerkt und schon vergessen Eintragung ins Nichts - verrat mir wer sollte uns vermissen die Welt in der wir leben wird zu Grunde gehen und ich hab nichts mehr zu verlieren nur mein Glück und das sagt wir Eintragung ins Nichts: wir kommen ungefragt und gehen ungefragt der Schmerz sagt ich der Körper schlägt Alarm und macht von sich reden. Alles lebt auch ohne mich geht seinen Gang und irrt nach Regeln ich gehe mit dem Licht immer dem Anschein nach und dem Ende entgegen ich seh' mein Spiegelbild am Horizont ein alter Narr, der immer wiederkommt Eintragung ins Nichts - das sind wir unbemerkt und schon vergessen Eintragung ins Nichts - verrat mir wer sollte uns vermissen? die Welt in der wir leben wird vor die Hunde gehen und wir haben nichts mehr zu verlier'n nur das Glück und das sagt wir Eintragung ins Nichts: wir kommen ungefragt und gehen ungefragt der Schmerz sagt ich die Tränen werden hart und ich kann damit leben zurück Anders als glücklich (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Anders als glücklich ein Kind von Traurigkeit Leere bewegt mich zwischen Wunsch und Wirklichkeit ich nehm's persönlich und bring es zu Papier das macht mich ehrlich und vielleicht hilft es mir ich will die Wahrheit sagen darf ich ganz offen sein ? ich will Prozac haben ich hab Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Anders als glücklich jetzt heißt es tapfer sein ich bin untröstlich einfach zu schwach zum Glücklichsein Blau dämmert geistlich ich mach die Nacht zum Tag anders als glücklich in einer Welt am Draht der Streß ist Gift für meine Nerven ich frag mich muß das sein ? ich seh Zwerge lange Schatten werfen ich hab Angst davor wie's weiter geht und vorm Alleinesein Ihr habt die Welt längst aufgegeben für Medien, Märkte, Merchandise ich will nicht in Eurer Logik leben nicht so als ob ich einverstanden war ich geh durch tote Straßen und denk mir insgeheim ich werd die Gene Lügen strafen ich hab Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Anders als glücklich ich melde Zweifel an irgendwas stimmt nicht und das solang ich denken kann irren ist menschlich jeder geht seinen Weg anders als glücklich solang bis nichts mehr geht ich hör es 13 schlagen und will zum Himmel schreien ich will Gewißheit haben ich hab Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Anders als glücklich den Göttern auf der Spur ich scheiter kläglich und bleib so klug als wie zuvor Anders als glücklich ich kann im Fortschritt keinen Fortschritt sehen "Nimm's nicht so wörtlich," hör ich mein Über-Ich um Gnade flehen ich lauf herum als böses Omen (das muß das Alter sein) ich will den Aufstand proben ich hab Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Ihr habt Euch selber aufgegeben für Geld, Gestell und Genotyp ich will nicht in Eurer Logik leben nicht so als ob ich einverstanden wär noch könnt ihr ruhig schlafen ich kann Euch prophezeien Eure Kinder werden Euch Lügen strafen dann habt ihr Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Anders als glücklich ein Kind von Traurigkeit alt und gebrechlich zwischen Wahn und Wirklichkeit es endet tödlich ich weiß so wird es sein sterben ist erblich und jeder stirbt für sich allein ich kann nicht ewig warten und werf den ersten Stein ich kann's nicht anders sagen ich hab Angst davor wie's weitergeht und vorm Alleinesein Anders als glücklich hat Kristof Schreuf gesagt hier nochmal schriftlich von einem der laut denkt und sich sagt ich seh das ähnlich und bring es zu Papier das macht mich ehrlich und vielleicht hilft es Dir zurück Testament der Angst (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Ich hab Angst vor Morgen ich hab Angst vor Heute ich hab Angst vor Gestern ich hab Angst vor mir ich hab Angst vorm Alleinsein Angst vor anderen Leuten vor meinen Freunden und vorm Zusammensein mit Dir Ich hab Angst vor der Enge ich hab Angst vor der Weite ich hab Angst vor den Launen und vor den Gleichgültigkeiten ich hab Angst vor dem Stillstand und Angst vor zuviel Bewegung davor daß wir uns verlieren Angst in jeder Beziehung Testament der Angst - wenn Dir die Wirklichkeit nicht mehr gefällt Testament der Angst - und Du denkst, daß niemand zu Dir hält Testament der Angst - vor den Menschen und der ganzen Welt Ich hab Angst vor Deutschland ich hab Angst vor Europa den USA und der Nato und vor ihren Interessen ich hab Angst vor den Reichen ich hab Angst vor den Armen Angst vor der Geschichte und davor sie zu vergessen Testament der Angst - wenn Dir die Wirklichkeit nicht mehr gefällt Testament der Angst - und du denkst, daß niemand zu Dir hält Testament der Angst - vor den Menschen und der ganzen Welt Ich hab Angst vor den Dichtern ich hab Angst vor den Denkern Angst vor den Dummen vor den Werbern und Bankern ich hab Angst vor den Lügen ich hab Angst vor der Wahrheit Angst zu verstummen und davor nur rumzustänkern Testament der Angst - wenn Dir die Wirklichkeit nicht mehr gefällt Testament der Angst - und Du denkst, daß niemand zu Dir hält Testament der Angst - vor den Menschen und der ganzen Welt Ich hab Angst vor dem Alltag ich hab Angst vor den Träumen Angst davor sie zu leben und davor es zu versäumen ich hab Angst zu versagen und davor zu resignieren Angst meine Ängste und den Mut zu verlieren zurück Die Diktatur der Angepaßten (Komposition - Distelmeyer / Mühlhaus, Text - Jochen Distelmeyer) Ich seh die Leute in den Straßen die Diktatur der Angepaßten in den Städten und den Dörfern leben sie und ihre Lügen Lügen, Lügen, Lügen Männer, Frauen, Junge, Alte in den Büros und den Fabriken an den Schulen und zu Hause lassen sich für dumm verkaufen kaufen, kaufen, kaufen Ihr habt immer nur weggesehen es wird immer so weitergehen gebt endlich auf - es ist vorbei! Ihr habt alles falsch gemacht habt Ihr nie drüber nachgedacht ? gebt endlich auf- es ist vorbei ! Im Norden, Süden, Osten, Westen die Diktatur der Angepaßten das Geld vibriert und auf den Genchips diktiert ein freier Markt das Leben Leben, Leben, Leben die Medien helfen ihnen beim Dummsein ein starker Staat hilft ihnen beim Stummsein die Leute wollen unter sich sein und gehen dafür über Leichen Leichen, Leichen, Leichen Ihr habt immer nur weggesehen es wird immer so weitergehen gebt endlich auf - es ist vorbei ! Ihr habt alles falsch gemacht habt Ihr nie drüber nachgedacht ? gebt endlich auf - es ist vorbei ! Ich seh die Leute in den Straßen die Diktatur der Angepaßten Millionen sind durch sie gestorben sie lassen hungern, foltern, morden morden, morden, morden sie vergiften alle Flüsse die Luft, den Boden und die Meere und tun so als ob nichts wäre ich hab genug von ihren Lügen Lügen, Lügen, Lügen Ihr habt immer nur weggesehen es wird immer so weitergehen gebt endlich auf - es ist vorbei ! Ihr habt alles falsch gemacht habt Ihr nie drüber nachgedacht ? gebt endlich auf - es ist vorbei ! zurück Der Wind (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Ein Wind weht um das Haus und immer wieder wach ich aus Träumen auf und geh umher mein Kopf ist schwer und fühlt sich an wie Fieber ich will zu mir zurück und find den Weg nicht mehr Alles um mich rückt in weite Ferne ich schrumpfe und verirre mich im Flur die Erde bebt, mir ist als sah ich Sterne doch in der Dunkelheit verliert sich ihre Spur Die Nacht in meinen Augen nimmt kein Ende ich fühl mich schwach und will um Hilfe schreien ich sehe schwarz und mal es an die Wände: Laß dieses Reich nicht mein zu Hause sein ! Und draußen weht der Wind und immer wieder fall ich ins Nichts zurück und geh umher ich sing beim Gehen vor mich hin damit ich weiß, daß ich noch bin und der Wind, er weht - und fährt mir in die Glieder Es kommt mir vor als hört ich jemand reden der Wind treibt draußen Regen über's Land ein kleines Kind kommt mir im Flur entgegen es redet wirr und drückt mich an die Wand: "Ich kam die falschen Götter zu entthronen ich kam und sah mich gegen sie verlieren jetzt sitzt ich hier und zähl meine Dämonen und will die Welt mit Fragen bombardier'n Wer soll noch kommen um Euch zu erlösen ? Ihr habt alles verraten und verkauft Ihr seid verlor'n - die Guten wie die Bösen ich seh Euch zu wie Ihr um Euer Leben lauft Und immer weht der Wind und immer wieder fall ich ins Nichts zurück und geh umher ich sing beim Gehen vor mich hin damit ich weiß, daß ich noch bin und der Wind, er weht - und singt mir seine Lieder" Mein Herz wird schwer, ich spür die Glieder zittern das Kind verstummt und läßt mich weiterziehen mein Schädel brummt: Du darfst nicht so verbittern! ich geh umher und will doch niederknien: Ich hab versucht den Widerspruch zu leben ich hab versucht einfach ich selbst zu sein es hat nicht funktioniert, es ging daneben das Leben selbst scheint mir ein Fluch zu sein Nichts was ich berühre ist von Dauer nichts bringt das Verlorene zurück das Einzige was bleibt ist meine Trauer der Schmerz und die Erinnerung an das Glück Und immer weht der Wind und immer wieder fall ich ins Nichts zurück und geh umher ich sing beim Gehen vor mich hin damit ich weiß daß ich noch bin und der Wind, er weht - weht immer wieder Ich hör den Wind aus alle Ritzen pfeifen den Flur entlang und folge seinem Ruf ich spür wie seine Lüfte mich umkreisen und fahre schweißgebadet durch den Spuk Halb schwebe ich, halb häng ich in der Leere und komm zum Schluß in meinem Zimmer an da lieg ich nun, ganz so als ob ich wäre und frag den Wind was ich noch tun kann Soll ich der Hoffnung neuen Glauben schenken ? Hat sie mich nicht so oft verrückt gemacht ? ich dämmer vor mich hin und hör mich denken: Laß Deine Träume länger dauern als die Nacht! Und draußen weht der Wind und immer wieder wach ich am Morgen auf und geh umher ich sing beim Gehen vor mich hin damit ich weiß, daß ich noch bin und der Wind, er weht - und ich sing meine Lieder zurück Wellen der Liebe (Komposition und Text - Jochen Distelmeyer) Das soll ich sein ich schlag ins Wort ein alles spricht gegen mich doch so war es immer Das soll für Dich sein ich will Dir nah sein ich weiß - ich bin nicht gut genug doch bitte bleib bei mir ohne Dich - ist das Leben nur kalt und leer ohne Dich - nimm Deine Liebe nicht von mir Wellen der Liebe - in guten wie in schlechten Zeiten will ich Dich lieben und mit Dir leben - Tag für Tag manchmal kann ich Dich nicht ausstehen manchmal ist es mir zuviel doch nichts ist stärker als die Liebe, die ich fühl Das soll ich sein ich schlag ins Wort ein Zeichen und Fleisch zugleich und nur noch wenig Welt vor mir Das soll für Dich sein Du fängst das Licht ein durch Dich weiß - ich, was Liebe heißt auch wenn der Alltag uns stumm macht jeder Tag, den wir beide zusammen sind jeder Tag mit Dir macht meine Liebe neu Wellen der Liebe - in guten wie in schlechten Zeiten wenn wir uns lieben, ich spür sie kommen - Tag für Tag manchmal kannst Du mich nicht ausstehen manchmal ist es mir zuviel doch nichts ist stärker als die Liebe, die wir fühlen Das soll ich sein ich schlag ins Wort ein ich weiß - ich bin nicht gut genug doch ich arbeite an mir das soll für Dich sein ich will Dir nah sein alles spricht gegen mich doch bitte bleib bei mir zurück Abendlied (Komposition und Text - Hanns Dieter Hüsch) Schmetterling kommt nach Haus kleiner Bär kommt nach Haus Känguruh kommt nach Haus die Lampen leuchten - der Tag ist aus Kabeljau schwimmt nach Haus Elephant läuft nach Haus Ameise rast nach Haus die Lampen leuchten - der Tag ist aus Fuchs und Gans kommen nach Haus Katz und Maus kommen nach Haus Mann und Frau kommen nach Haus die Lampen leuchten - der Tag ist aus Alles schläft und alles wacht alles weint und alles lacht alles schweigt und alles spricht alles weiß man leider nicht alles schreit und alles lauscht alles träumt und alles tauscht sich im Leben wieder aus es sitzt schon der Abend auf unserem Haus Schmetterling fliegt nach Haus wildes Pferd springt nach Haus altes Kind kommt nach Haus die Lampen leuchten - der Tag ist aus zurück