LETAT ET MOI CoverL'Etat et Moi
(LP/CD, What´s so funny about../ZickZack/Big Cat, 1994)

 1) Draußen auf Kaution
 2) Jet Set
 3) 2 oder 3 Dinge, die ich von Dir weiß
 4) Walkie Talkie
 5) Eine eigene Geschichte
 6) Verstärker
 7) Ich - wie es wirklich war
 8) L'Etat et Moi (Mein Vorgehen in 4-5 Sätzen)
 9) Sing Sing
10) Evergreen
11*) Skyeyeliner
11) Superstarfighter
12) You make me


Draußen auf Kaution
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Vor meinem Fenster fängt es an sich zu bewegen
ein neuer Tag nimmt seinen Tageslauf
einer mehr an dem ich aufstehn muß
um irgendwas zu tun gegen den Schmerz
das Stechen im Kopf das Stechen im Herz
treibt mich nur tiefer in den Kummer rein
und tiefer ins alleine sein

Überall sind Menschen in den Straßen
kenn’ ich nicht gehöre nicht dazu
frage mich zu wem ich denn gehöre
und wenn wer zu mir spricht hör ich nicht zu
ich sehe dich und wie wir uns umarmen
wenn ich die Augen öffne war es wieder nur ein Traum
so geht es jeden Tag an jedem Morgen
tiefer ins alleine sein

Irgendwie geht’s dann doch raus aus den vier Wänden
und draußen geht es dann zu jemand völlig anderm hin
so bin ich dann in dessen guten Händen
und glücklich, daß ich mit wem zusammen glücklich bin
am nächsten Morgen habe ich das alte Stechen
und neben mir liegt wer
der sich bald leblos an mich schmiegt
wie’s dazu kam hab ich danach vergessen
stattdessen bin ich längst wieder am Werk

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Jet Set
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Offen gesagt haben wir vor
weiterzumachen als Gescheiterte bisher
In Sachen Selbstverwirklichung
offensichtlich halten welche nicht soviel davon wie wir
diese Welt ist nicht das Leben
sicher kostet sie Dich Deins
dekor encore d'accord empore
Jet Set
Überall wo ich nicht bin
bin ich am besten aufgehoben
mir andern Worten
wird es dieses Mal präziser sein?
getrennt verletzt es und hört nicht auf zu zählen
bleibt am Leben bleibt am Sterben
will ich das werden was ich bin werden
weil ich werden bin
und nie und nimmer ganz für immer
dekor encore d'accord empore
Jet Set
Vieles ist im Leben Zufall
doch die meisten wollen Schicksal
gegen den Strich geht's durch die Rechnung
und in ihr zweideutig auf
das eigene Leben durch Wiederholung
Wiedergabe und Erzählung doppeln
die Geschichte zählbar machen
schafft also 2, 3, 4, viele
aus Unterscheidung eine Umgebung
ist nie und nimmer ganz für immer
dekor encore d'accord empore
Jet Set
In diesem Sinne haben wir vor
weiterzumachen als Gescheiterte bisher
in Sachen Selbstverwirklichung
doch offensichtlich halten welche
nicht soviel davon wie wir            
diese Welt ist nicht das Leben 
sicher kostet sie mich meins 
ist nie und nimmer ganz für immer 
dekor encore d'accord empor 
Jet Set

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2 oder 3 Dinge, die ich von Dir weiß
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Ein Brief von weit weg
so bist Du mir nah
und trotzdem nicht hier
und doch bist Du da
und es glitzert
liegt in meinen Händen
wie sind politisch
und sexuell anders denkend
Ein Brief nach weit weg
so bin ich Dir nah
trotzdem nicht bei Dir
und doch bin ich da
Schattenentblößte
zieh den Wolken voran
unkenntlicher wirst Du
unkenntlich feiner
feiner ein Faden
an dem Du herabwillst
um unten zu schwimmen
da siehst Du Dich schwimmen
in Deinen Farben
Aus heit'rem Himmel tauchst Du auf
und wir jagen durch die Straßen
das fühlt sich gut an
und wir sehen super aus
und wir haben uns was zu sagen
2 oder 3 Dinge, die ich von Dir weiß
Wie das Gelb wandern auch unsere Worte
die stottern und stammeln
von Dingen und Sachen
die den Augenblick machen
in dem wir uns fassen
als andere Größen
in einem Strom
ohne Angst einzuflößen
Ein Brief von weit weg
so bist Du mir nah
und trotzdem nicht hier
und doch bist du da
und es glitzert
liegt in meinen Händen
wir sind politisch
und sexuell anders denkend.

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Walkie Talkie
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Ein Auge sieht den Himmel offen 
der verspricht uns etwas Blaues 
der Wind gerät in einen Taumel 
die Wolken kippen um ins Graue 
vom Gelb der Schatten eines Zweifels 
das Grün darunter in Erwartung 
darauf fällt Blau aus allen Wolken 
im Dunkeln zieh'n die Wolken weiter

Die Häuser kriegen leuchtende Augen 
durch die Fenster haben sie Ränder 
in meinem Zimmer schalt ich Gelb an
scheint gelb, kennt keine Grenzen 
und sieht so etwas was ich nicht seh 
wandert weiter durch die Zeilen 
brennt schwarze Löcher in die Decke 
und besetzt die Zwischenräume

Rot an sich ist rot erblindet 
hält sich kreisförmig für möglich 
sucht in sich nach einem Vorwand 
stößt an seine Grenzen flüchtig 
Gelb gibt den Weg frei und verschwindet 
Rot druckt steh aus, ist direkt glücklich 
fließt freigesprochen nicht unbegrenzt 
ununterbrochen bis zur Erschöpfung

Selbst überwunden sollen Worte untermauern 
grausames Rot läßt Blau erschauern 
sichtbare Finsternis ist blau 
Rot gibt den Weg frei und verschwindet 
selbst Gelb gerät in einen Taumel 
vergießt sich blau und möchte rot sein 
tritt zwischen Quelle und die Mündung 
hüllt sich in Weiß ein und erblindet 
mein schwarzes Haupt will sich erheben 
zuviel Rot das war ihm peinlich 
Gelb allein ist mir nicht heilig 
blau vergossen wird Gelb grünlich

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Eine eigene Geschichte
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Es hat uns niemand gefragt
wir hatten noch kein Gesicht
ob wir leben wollten oder lieber nicht
hin und her und hin und her gerissen
zwischen verstehen wollen handeln müssen
keine Liebe keine Arbeit kein Leben
an meinem Kissen schlag ich mir den Kopf auf
und wenn der Tag kommt bleibt es kleben
und der Staat ist kein Traum
sondern bleibt wie mein Kissen
ein mich gestaltender, die Fäden, die rissen
und Welt verwaltender Zustand
der sich durch mich und mich bewegt
durch Gedanken aus Stein aus Licht eine Mauer
eine Sonne aus Eisen eine Sprache aus Trauer

Eine eigene Geschichte 
aus reiner Gegenwart 
sammelt und stapelt sich 
von selbst herum um mich 
während ich durch die Gegend fahr

Und in den Straßen liegt der Staat und sagt:
was regst Du Dich und Deinen Magen künstlich auf
wärst Du doch bloß im Bett geblieben
'Au nee, weil ich so oberflächlich bin
kehrt sich mein Inneres nach außen
steht mir bis hierhin und ins Gesicht geschrieben
Macht verrückt was euch verrückt macht
mit Kissen vor der Stirn und in mir drin ein Vakuum
geh ich durch Straßen voller Menschen dieser Stadt
und frage mich wo ich gern wäre
wo fang ich an? Gähnende Leere
wenn ich schon immer Nichts mit was drumrum
gewesen war
dann mach ich mir `n Schlitz ins Kleid
und find es wunderbar

Einen eigene Geschichte
aus reiner Gegenwart 
sammelt und stapelt sich 
von selbst herum um mich 
während ich durch die Gegend fahr

Also nichts wie raus aus Hamburg
first we take Manhattan und dann ab nach Berlin
da wo die Leute aus Heimweh hinzieh'n
Wat will isch in Italien isch will doch Genitalien
Berlin Wall, gegen Holo, Hool und Holidays denk ich
und zieh mir später noch was rein dann durch die Bars
schlafen kann ich schließlich wenn ich tot bin
auf halber Strecke bleib ich liegen
und träum davon mit allem eins zu sein
den Traum vom Staat
der sich selbst reicht, der nichts beweist
zusammenwächst wie's sich gehört
und verbreitet seinen Glauben
Gedanken aus Stein
aus Licht eine Mauer

Eine eigene Geschichte 
aus reiner Gegenwart 
sammelt und stapelt sich 
von selbst herum um mich 
während ich durch die Gegend fahr

Am nächsten Morgen bleibt das Kissen an mir kleben 
hab mir den Traum zur Wunde aus dem Kopf geschlagen 
und mir fallen Deine und dann meine Körperteile wieder ein 
und Deine Haut und ich denk dran wo ich gern wäre 
hab aus der Wasche rausgeschaut 
entlang der Schichten deren Dichte ich verwünsche 
wie mein Körper ein Gesellschaftsbau von vielen 
der große Nenner unter ihnen:
ich heiße Einheitsarchitekt 
Du kannst auch Blödman zu mir sagen 
Stimmt, wenn alles in einanderpaßt 
hat es bald nichts mehr zu bedeuten

Eine eigene Geschichte 
aus reiner Gegenwart 
sammelt und Stapelt sich 
von selbst herum um mich 
während ich durch die Gegend fahr

Und der Staat ist kein Traum
ist sogar in meinen Küssen
ein mich gestaltender, die Fäden, die rissen
und Welt verwaltender Zustand
eher Raum als Position
und so organisiert er sein Verschwinden
indem er sich durch mich bewegt
durch Gedanken aus Stein aus Licht eine Mauer
eine Sonne aus Eisen eine Sprache aus Trauer

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Verstärker
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Merkst Du was ich merke?
wenn ich den output verstärke
jeder geschlossene Raum ist ein Sarg
als Text der kein Behälter Sarg sein mag
schreib ich mich auf
um nicht zu ex- oder zu implodieren
Platzangst reduzieren
zieh ich mich zu und ab und zu aus
und hör nicht auf Prozess und Technik
und mich selbst zu buchstabieren
Zeiträume neu im Sinn von weiter formulieren
um dann wie hier später bei Dir zu sein wie Tinte
die sich ausstrecken will einsaugen läßt
in ein Bett aus Papier
Verstärker
Merkst Du was ich merke?
was ich bis zur Rückkopplung verstärke
hat als Effect reflecting skin
merkst Du was? ich merke!
wo ich nicht war komm ich nicht hin
ich merk was auf der Haut
und das macht Sinn
falls Du mich liest und darauf stehst
Dich von mir berühren läßt und mich berührst
Verstärker
Merkst Du was ich merke?
wie sich mystery/story und hystery und hisstory verstärken
falls es nicht Liebe wird es die Bombe
beziehungswaise Kiste sein
und ich als Text fall immer wieder
auf und in mich selber rein und denk na nu
Na nu denk ick jetzt bin ick uff erst war ick zu
dann geh ich raus und kieke
und wer steht draußen: icke
Verstärker 

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Ich - wie es wirklich war
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Ich war dabei
mir ein Art von Verschwinden
die den Tod bezwingt
auszudenken
und ließ mich nieder
wo ich mich beherrsche
in den Liedern
und in den Sätzen
nahm ich kein Ende
nur eine Wendung
zurück zum ersten Bild
das wäre zu erfinden
geriet zum Strudel
in ein Recycling
und sah das Ende
in sich verschwinden
und es fragt sich
war das schon alles?
lügt denn die Welt
und wenn nicht?
ist sie am Ende
im Rückstand
gegenüber der Moral der Geschichte
Ich war dabei
eine Art von Verschwinden
die den Text bezwingt
zu erfinden
andere Reime auf die Geschichte
nicht auszudenken
und ich verlor an Gewicht
genau wie die Gedichte
geriet in ein Rauschen
oder war’n das die Mittel
mit denen ich mich bewegte
die Erfindung einzutauschen
und es fragt sich
war das etwa schon alles
lügt denn die Welt
und wenn nicht
ist sie am Ende
im Rückstand
gegenüber der Moral der Geschichte
Ich war dabei
eine Art von Verschwinden
die schließlich mich bezwingt
zu Ende zu denken
gegen den Schmerz
unter dem ich mich krümme
zurück zum frühsten Bild
von dem ich eigentlich komme
ein New Age Poster
ein Lebenszeichen
auf der Reise ins Innere der Trauer
komm ich zum Ende
vielleicht ein Anfang
einer Art von Verschwinden
und ich frag dich
war denn das schon alles
lügt denn die Welt
und wenn nicht
ist sie am Ende
im Rückstand
gegenüber der Moral der Geschichte
und ich bin am Ende
im Rückstand
der Moral der Geschichte

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L'Etat et Moi
(Mein Vorgehen in 4-5 Sätzen)
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Von einem Blatt das unbeschrieben
vor mir liegt und Fragen stellt
wie ich dem Blick derer entkam
die mich durch ihn für sich erzeugen
kann ich ohne mich zu beugen in ihm leben
oder wachs' ich lebenslang in ihn hinein
ein Gegenstand der im Begriff ist loszulegen
fragt sich, was ich in aller Welt verloren hab.

I killed nature with a groove
als ich mich gestern aus ihr sprengte
mit einem grellen blinden Fleck
den Blick an den für ihn bestimmte Stelle lenkte
die ihm als wasserstoffgebleichtes Haar
als lichter Punkt entgegensieht
und wie ein Star aus dem Rahmen fällt
ein Blitz der sich entzieht nach vorn raus
und von der Bildfläche verschwindet.

Nur ein Bruchteil aus Aktion
bin ich ein Bild auf das ich blicke
mir von mir mache und in das ich mich selbst schicke
in die Versenkung und erhebe mich durch sie
meine Welt aus ihren Angeln
so gerät alles aus den Fugen in Bewegung
Angel! inzwischen Tür und Angel stell ich mich ins Blaue hinein
synthetisch her, ein blasser Schimmer
out of the blue denkt alles strahlend durch mich durch
zu dumm denk ich daß ich wie ausgerechnet immer
wo alles klar scheint nichts zum schreiben bei mir hab.

Über den Wolken, Heim in Watte
Antikörper, den ich hatte, überwunden
dreh ich über einer Welt wie ich sie kannte meine Runden
die mich fortan Stromfeld nannten
wo sich mit tausend Sachen Bahnen überschnitten
die mich zur Mitte hin enthüllten ins Offene verdrängten
wie die Stränge letzter Nerven Isolierung von sich warfen
als Nervenbündel kurzgeschlossen
doch nur noch eigene Impulse fühlten.

In so erhabener Erstarrung etabliert
spannte mich Gott auf seine Folter
aus seinem Nichts verhalf ich ihm zu sich
doch er zog weiter
um sich in mir nach seinem Abbild
wie von Sinnen zu erschaffen
zog mich der Vollständigkeit halber in den Bann
besetzte mich mit seinem Schmerz seinem Programm
das im Prinzip mit allem abgeschlossen hatte.

Kein Zeitraum blieb mir mehr mich zu entwickeln
den Schmerz von mir und mich von ihm zu unterscheiden
um ihn trotzdem und Ohnmachtsanfall zu vermeiden
wurde ich er, alles in allem, support your local Schmerz
ließ ihn in Ohnmacht von mir fallen
seitdem zieht Gott als Voyager durch's All
sendet von Ringen des Saturn stumme Signale.

So beschaffen ist der Alltag der Figuren
nie ist je ein Herr der Lage
sind wie ich Zeugen, die sich fragen
was sie in aller Welt verloren haben.
vielleicht den Faden die Erinnerung daran
das so wie sie Gestalt annahmen
besonnen aufgetaucht in Formen
sie wie in Schlaf versinken werden
indem Stoff aus dem sie kamen.

Sischer datt, doch ganz schön einsam noch hier oben
über dem Regenbogen waren mir alle Sterne schnuppe
zum aus der Haut fahren ist genau das was ich will
noch mehr Masken noch mehr Rahmen
noch mehr Puppen in der Puppe zum ausrasten
sich entfalten in Richtung all der Einzelheiten
die längst bevor ich sie verinnerlichte, für mich begriffen hatte
jenseits meiner existierten.

Rock'n'Roll hat meinem Leben
einen neuen Sinn gegeben
den Faden wieder aufzunehmen
dreh ich mich nach allen Seiten
wie auf's Äußerste gedichtet etwas herauszukriegen wäre
diesseits beschriebener Kreise; Reifen, Schleifen, Ringe
die sich zu Klängen aus dem Walkman, den Signalen
von Himmelskörper hin zu Muttermal bewegten
sich so zur Windung zur Spirale überdrehten
zum Gesichtspunkt der Geschichte
an dem ich twiste, wo ich swinge
den Punkt nicht knacke, wie eine Feder von ihm springe.

Deutschland, Deutschland spürst Du mich
heute Nacht da komm' ich über Dich
im freien Fall, seh ich den Boden des Realen
durchauslaufende Modelle Deiner hohen Ideale
(ihre bloße Gegenwart macht mich meine Träume hassen)
meine Ängste meine Sorgen
da wo Deine Lichter glühen sind sie verborgen
ich fühl mich an wie Pyrotechnik
ja, ich weiß woher ich stamme
Licht wird alles was ich fassen
Kohle alles was ich lasse
Flamme bin ich sicherlich.

Wo einmal nichts war
gräbst Du im Kopfstand Deine Schächte
malst Du in Heimat Blut und Boden
Dir auf Erden einen Himmel vor Augen aus
der Nase nach ins Erdreich rein
doch so gesehen liegt er als Hölle Dir zu Füßen
und was von da kommt kann wie ich nur Teufel sein
ja und ich bin es höchstpersönlich
liege leibhaftig im Detail
Deiner Ordnung, Fehlberechnung, Bildungslücke
entspringt Dein Gott in Deinem Fall die Barbarei

Aus diesem Grund und einem Keller voller Leichen
zieht es Deutschland nach Europa
und ohne sich zu öffnen stellt es Weichen
um Schuld und Angst gleich unter Gleichen fernzuhalten
sich mit Sicherheit noch weiter zu verdrängen
in ein totales Sinn-, Sein- und Zeitbedürfnis
das wie zuvor nur in sich selber kreisen kann
ein neues Haus, das alte, Heimat
bleibt bei der Stange stehen in alter Tradition
kommt ohne wegzugehen an.

In der Tat, too sexy for the führerbunker
ich hab' da gestern wieder ein Problem gehabt
sich selbst im Schönen im Unendlichen heilen
das ist der wahnsinnige Akt meiner Revolte
wer jetzt allein ist wird es bleiben
schießt's mir wie eine Kugel durch den Kopf
traurig genug (?) das war ihr Leben
ring ich nach Worten als wär's Luft
um mich dann in den Wind zu schreiben: sold
und nicht mehr blond
fang ich nach allen Regeln der meiner Kunst,
meines Lateins blind an zu beten.

All meine Blicke münden im Dunkeln
und ihre Schritte hinterlassen keine Spuren
ganz unter uns kannst Du mich finden - 
im Schwarz der Punkte auf Papier
mein Herz der Finsternis ein Kino
im Schwarz der Rillen
in denen Du Dich bei Dir spiegelst
das sieht mir ähnlich
und kommt allmählich von der Erinnerung an sich
auf etwas anderes, auf Dich.

Superstarfighter Schmetterling
ohne Angst nichts zu verschleiern
was Liebe nicht zustande bringt
das schafft die Dummheit
das ist der Satz bei dem ich bleibe
wie ein Zuhause werde ich damit nicht fertig
(ein abschreckendes Beispiel der Beschwörung folgt der Trauer)
als wär' ich darauf eingestellt
kreise ich weiter unter Lichtzwang um den Tower
and if my thought dreams could be seen
they probably put my head in an Ich-machine

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Sing Sing
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Der Staat im Staat in der ersten Person
Selbstanklagen klingen hier nach Restauration einer Haut
die ist wie eine Blindenschrift
die sich ohne Berührungsängste lesen läßt 
wie ein Fluchtversuch
eines Kriegsberichterstatters, der sich selbst verflucht 
weil er in Liebeserklärungen Auswege sucht 
und nichts findet 
Sing Sing
Siehst Du ihn jetzt, wie der sich windet? 
wie wenn ihr eure Augen verbindet 
der mit Ausdruck Eindruck schindet 
Bombenkratergleich weil 
der reißt Dich richtig auf 
Dein Rucken ist dem eine weit're Tür 
paß auf Dein Rückgrat auf sagt der 
und ich stehe hinter Dir 
das ist Dein Pech der meint 
gib's mir 
Sing Sing
Jedes Bild ist wie ein Messer ein Gebrauchsgegenstand 
und lesen meint hier denken mit anderm Verstand 
indem man liest und was begreift 
sich und den andern, sucht und findet (das ist Arbeit) 
das Gefundene mit-teilt und verbindet (das ist Technik) 
gemeinsam eine Welt erfindet (vielleicht Liebe) 
und wer das nutzt macht sich verdächtig 
wird unberechtigt Ladendieb genannt 
so wird ein Zeichensprecher Schwerverbrecher 
so wird Gebrauchsgegenstand Mordinstrument
jedes Bild ist wie ein Messer 
Sing Sing
Plötzlich ist Platzangst bei Dir 
und Du glaubst ihr
wenn sie Dich fragt ob Du wüßtest wo Du hinwillst 
ist alles was Du weißt, daß Du bloß weg willst 
weil Du nicht sagen kannst ,daß Du's nicht wüßtest 
aber irgend etwas Dir befiehlt ,daß Du das müßtest 
sagst Du: ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein 
und denkst, daß Du die Angst so überlistest 
und nicht daran was Du von Anfang an vermißtest 
vielleicht ein Feld für eine Möglichkeit von Dir 
kann gut sein daß ich mich täusche 
so ist das jedenfalls bei mir 
Sing Sing
Und die Angst die Du fühlst 
ist das Geld das Dir fehlt 
für den Preis den Du zahlst 
für etwas ,das für Dich zählt 
und Dich sicher sein läßt, 
daß Du da (wo Du hingehörst) bist. 
Ware Kunst ist ein Produkt der Phantasie 
an der dafür vorgesehenen Stelle 
erhebe ich meine Stimme:
das ist soziale Marktwirtschaft
langweilig wird sie nie
Sing Sing
San Ouentin i hate every inch of you
do you think i'll be different when you're through
Nein, platzt der Staat aus allen Nähten
eine Zerstreuung aus unzähligen Teilchen
die wie die Splitter eines Spiegels das ganze bewahren
und die Mauer in den Köpfen sollte weichen
Lucky ohne. für Kontrolle im Problemfeld sollte reichen
dafür setzten die Experten neue Zeichen und Akzente:
alles Feind
Sing Sing
Der Staat im Staat in der ersten Person
Papi kennst Du den schon
Stammheim Babel
ich wollte meinen eignen Nabel
mir einen Namen machen Namen geben
nicht in Staaten nicht in Vollzugsanstalten leben
und baute statt/Stadt Staat einen Turm
Sohn meiner Eltern und dagegen
etwas ging schief
Hochstaplerkarriere auf der Lauer
der Turm fiel um und wurde Mauer
wurde Sprachbarriere
ich mache weiter als ob nichts gewesen wäre
Sing Sing

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Evergreen
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

"Sag's mit Worten"
mein Altbekannter
Photosynthesizer
Geistesverwandter
drückt mich nieder
in die Matratzen
zieht mir die Schuhe aus
und reißt mich mit sich mit
Es geht durch Medien
in eine Landschaft
ein eig'nes Leben
vielleicht ohne Verwandtschaft
direkt ins Zentrum rein
von dem was Welt ist
genau so sollt'es sein
genauso wollt' ich's

Vor Ort fängst an
erst an den Rändern
der Druck wird stärker
mich zu verändern
und macht mich fertig
die Räume enger
bis jede Zelle gänzlich Oberfläche ist
herrscht dickes Fell
in, an und vor mir
sehe ich nichts mehr
sehe weder ein noch aus
kein Bild vor Augen
da hilft kein Glauben
ich kam aus Zweifel
und ging in Zweifel

Jenseits von jedem
words don't come easy
mein Gott ich brauch sie
denn sie schneiden in mich rein
und in mein Leben
und in den Schall auf dem wir schweben
und sei der Bruch auch noch so klein
der Schock schreibt mit
oh Schreck ein Schnitt
oder zum Glück
den das Gesehene wird Wort
Buchstabensammlung
bringt mich zur Welt
gibt mir Gestalt
wie ich dem Blatt in der Maschine
zwischen den Zeilen
da kommt noch Licht her
ich stürz mich stammelnd in Ruine

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Skyeyeliner
(Text - Distelmeyer)

Letzte Nacht meinte meine Mutter
sie sei so müde und erledigt
und ich dachte mir geht´s ähnlich
und an den Haufen von Geschichte
und der Tag kommt mir entgegen
hat den Rückzug angetreten
sucht sich am Horizont ein Ende
verjüngt sich eigentlich im Fluchtpunkt

Back to Borkhorst, Weiterstadt, Haus der Geschichte
wie wär es mit etwas Verwüstung
den Horizont damit erweitern
und die Angst davor verlieren
nicht länger ein System zu schützen und zu verfeinern
dass Dich fest und sich als Mythos aufrechthält
den Rahmen eines Eingriffs nur verkleinert
und wie ein Stammbaum die Gedanken überfällt

Letzte Nacht meinte meine Mutter
sie sei so müde und erledigt
und ich dachte mir geht´s ähnlich
und an den Haufen von Geschichte
und mein Vater kommt mir im Treppenhaus entgegen
hat den Rückweg angetreten
sucht sich am Horizont ein Ende
verjüngt sich eigentlich im Fluchtpunkt

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Superstarfighter
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Als der Strom weg war
kamst Du zu mir
und du sagtest: "Los komm, erklär mir
in den Liedern, die Du spielst
ist immer weniger von Dir selber drin."
"Stimmt genau," sag ich
"die sind so wie ich selber bin."
Ein Wind um nichts
und davon handelt meine Stimme
kommt wie ein Wirbel, wind of change
von null auf hundert in die Gänge
begrenzt die Stille
beschreibt Schleifen
sorgt für Klänge auf der Kippe
die auf den letzten Löchern pfeifen

Als der Strom weg war
warst Du bei mir
und du sagtest:"OK, und jetzt erklär mir
die neuen Lieder, die Du spielst
die haben kaum noch was zu tun mit mir."
"Wem sagst Du das
die sind wie ich
und davon handeln wir."
Um andere Töne nicht zu hören
ist meine Stimme unaufhörlich
und schlägt als Sprachfluß gleicher Strom
von innen an und gegen mich
ob ich Dich mehr als sie vermißte
nicht daß ich wüßte

Als der Strom weg war
bliebst Du bei mir
und sagtest nichts mehr
als wärst Du in mir
eingesogen
vom Angelpunkt verschlungen
als hätt´ ich mir die Haut vom Körper abgezogen
nichts außer mir
und in Gedanken ging ich zu Dir
und ich sagte: Bitte hilf mir
vergiß die Lieder die ich spiel
die hatten nie etwas zu tun mit Dir
die sind so hohl wie ich und darauf Du:
"Und davon handeln wir."

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You make me
(Musik - Distelmeyer, Bohlken, Rattay / Text - Distelmeyer)

Was mach ich bloß an dieser Stelle
an der ich längst noch nicht zu mir gekommen bin
wo ich mich kreuz und quer zerstreue
in alle Himmelsrichtungen
denk ich mich dauernd zu Dir hin

Kaum angekommen bin ich schon wieder losgefahren
durch's Ozonloch, über den Ozean hinausgeschossen
hinter das Licht, mein eigener Schatten
und die Erinnerung daran
wo ich ihn wann verloren hatte, ausgeschlossen

Die Worte sind von sich so schwer
daß ich sie nicht mehr singen kann so wie bisher
jede Sekunde durch die Zeilen überholen
bis hin zum Tod und ihm mit "ich will sterben" beizuwohnen

Und von dem Satz geht's in die Praxis
aus der Erfindung wegzukommen von sich selbst
in die Erfahrung. Ein freies Bild
wieder bei Null, ein Weiß mit Kreis

Fast so wie ich
um von Begreifbarem zu sprechen
ich muß gestehen, ich fühle mich.
um ein Begreifendes nicht zu erschaffen
vielmehr vorstellbar zu machen
dreh ich mich mit der Musik
mit allem was ich an mir hab
mir zur Verfügung steht um Dich

Und doch kann hier kaum von Dir die Rede sein
ich kann nichts wirklich von Dir sagen
soviel ist klar wir sind nicht neu
schon lange hier sind wir wie Risse in der Schöpfung

Mag sein die Tage sind gezählt
die Augenblicke sind es nicht. Für alle Zeiten
keine Geschichte zum erzählen, meine ich
nicht zum in Stücke schreiben
und Du schaust mir ins Gesicht (bei mir statt Ausblick ein Gedächtnis)
und sagst: "das wird sich zeigen"

Ich bin die Angst vor mir
wenn Du Dich fürchtest bin ich bei Dir
randvoll Fakten und keine Menschenseele
leg ich mich wieder nieder zu den Akten

Was mach ich bloß an dieser Stelle
an der ich längst noch nicht zu mir gekommen bin
wo ich mich kreuz und quer zerstreue
in alle Himmelsrichtungen
denk ich mich dauernd zu Dir hin

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