Jenseits von Jedem CoverJenseits von Jedem
(LP/CD, ZickZack / WEA, 2003)

 1) Sonntag
 2) Armer Irrer
 3) Krankheit als Weg
 4) In der Wirklichkeit
 5) Alles macht weiter
 6) Neuer Morgen
 7) Der Sturm
 8) Jenseits von Jedem
 9) Jugend von heute
10) Wir sind frei
11) Die Welt ist schön


Sonntag
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Die Sonne lacht
und ich fühle mich frei
Den Fluss entlang
an den Häusern vorbei
geht mein Blick
und ich sehe, wie Schwalben
zum Horizont fliegen
Die Luft ist warm
und das Leben sieht bunt aus
Die einen haben
gehen mit ihrem Hund raus
Ich wollt'n Text schreiben
und bin zu Haus geblieben
Ich geh durch die Wohnung mit gemischten Gefühlen
besteig meinen Thron
und sitze zwischen den Stühlen
Und der Tag scheint rüber zu mir
wie ich so durch die Schöpfung spazier'
Alles will blühen - ohne was davon tu haben
Der Himmel ist blau, die Leute liegen im Gras
Gruppen und Pärchen, alle haben ihren Spaß
Und die Blumenbeete leuchten
in allen Farben
Der Wind ist weich
und die Gedanken sind frei
Den Fluss entlang
an Wald und Wiesen vorbei
geht mein Blick
und ich denke zurück
als für mich alles neu war
Das Leben war leicht
und wir berauscht von den Weiten
Wir hatten Sex
zu allen möglichen Zeiten
und es ging uns um mehr
als nur um das, was grad in war
So schwing' ich mein Zepter
mit Frühlingsgefühlen
auf meinem Thron
Zwischen den Stühlen
Und der Tag scheint rüber zu mir
wie ich so durch die Schöpfung spazier
Alles will blühen ohne was davon zu haben
Der Himmel ist blau, die Leute liegen in Gras
Ich laß es regnen und hab meinen Spaß
und seh' Regenbögen leuchten
in all ihren Farben
So sing' ich und tanze
und schwinge mein Zepter
geh aufs Ganze
und steh' wie der letzte Depp da
Egal, der Tag scheint rüber zu mir
wie ich so durch die Schöpfung spazier'
Alles will blühen ohne was davon zu haben
Der Himmel ist blau, Leute liegen im Gras
Lerchen singen und alle haben ihren Spaß
und die Regenbögen leuchten
in all ihren Farben
Alles will blühen - ohne was davon zu haben

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Armer Irrer
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Armer Irrer steht vorm Supermarkt
traurig wie Gott, und schenkt sich selbst reinen Wein ein
"Hab'n jetzt die andern oder ich versagt?"
Es gibt Tage, da will er ein Stein sein
Und er geht durch den Park, sieht den Schachspielern zu
und den Himmel voller Wolken aus Tränen
und eine Oma, die flucht. Sie hat vergeblich versucht
ein paar Ratten der Lüfte zu zähmen

Einsam geht er seiner Wege, armer Irrer, schlechter Held
unter Brücken, auf der Trebe, wertlos in der Warenwelt

Armer Irrer streitet mit dem Wind 
versucht auf seine Art, das Nichts zu vernichten
denkt sich, wie durchgeknallt die andern sind
"Auf deren Almosen kann ich verzichten"
Und er fühlt sich wie Zeus, wenn der Regen beginnt
die Straßen in Tiefschwarz zu tünchen
Und er trifft eine Fee vor dem Einkaufsquarree
und die sagt ihm, er könnt sich was wünschen

Armer Irrer, null und nichtig, wertlos in der Warenwelt 
geht umher und tickt nicht richtig, armer Irrer, schlechter Held
Wegen ihm wird niemand weinen, keiner hat ihn je vermisst
mit der Welt und sich in Reinen, armer Irrer, der er ist

Armer Irrer steht vorm Supermarkt
wie Don Quixote und schenkt sich selbst reinen Wein ein
Unterm Strich war es ein guter Tag
Es gibt welche, da will er ein Stein sein
Und er geht durch die Stadt bis die Sonne versinkt
und der Mond geht auf hinter den Hügeln
und er trinkt, weil er trinkt, und das Wetter, es spinnt
Es wird kälter und gießt wie aus Kübeln

Einsam geht er seiner Wege, armer Irrer, schlechter Held
unter Brücken, auf der Trebe, wertlos in der Warenwelt
Wegen ihm wird niemand weinen, armer Irrer, der er ist
zieht er weiter im Geheimen, wenn er nicht gestorben ist

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Krankheit als Weg
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Ich sag mal so: Ich fühl mich komisch
und frag mich, kennst Du das von Dir?
Isses akut oder schon chronisch wie bei mir?
So ein diffuser ziehen- und stechender Schmerz
treibt mich allmählich zur Verzweiflung
Manchmal tut alles weh und man fühlt sich wie gelähmt
und alle Nerven liegen blank
Ich krieg' ne Krise, ich werd' krank

Krankheit als Weg - ein kranker Geist in einem kranken Körper
Was weh tut, lebt - oder: Der Tod klopft an die Tür
Der Körper streikt und das Immunsystem sagt: Nicht mit mir!
Ich lieg' im Bett und schwitz' mich wund
Hey Leute, hier ist mein Befund:
Krankheit als Weg

Die Ärzte meinen, es sei nichts Ernstes
Es gab ein Elixier zum Trost
Also, wenn das kein schlechter Scherz ist - na dann Prost!
Ich halt mich selber schon für 'nen klinischen Fall
und glaub, mir ist nicht mehr zu helfen
Kein Wunder, wenn ich überall nur Elend seh'
ich hab so'n Hals vor lauter Wut
kotz mich aus und weine Blut

Krankheit als Weg - ein kranker Geist in einem kranken Körper
Was weh tut, lebt oder: Der Tod klopft an die Tür
Der Körper streikt und das Immunsystem sagt: Nicht mit mir!
Es wird schlimmer, Schritt für Schritt
Ich geh kaputt, sag, kommst Du mit?
Krankheit als Weg

Und ich ging dahin, wo der Schmerz sitzt
Ich wollte wissen, was ihm fehlt
Ob es das Hirn oder das Herz ist, das mich quält
Er saß in einer Ecke über Bücher gebeugt
und zeigte mir die kalte Schulter
Erst als ich gehen wollte, rief er mir hinterher
"Es heißt, daß Zeit die Wunden heilt.
Wär' nett. wenn sie sich mal beeilt"

Krankheit als Weg - ein kranker Geist in einem kranken Körper
Was weh tut, lebt oder: Der Tod klopft an die Tür
Der Körper streikt und das Immunsystem sagt: Nicht mit mir!
So zieh ich langsam himmelwärts
und bleib allein mit meinem Schmerz
Krankheit als Weg

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In der Wirklichkeit
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Du hast bis jetzt noch nicht kapiert
was um Dich rum geschehen ist
daß Deine Welt den Glanz verliert
und nichts mehr so wie vorher ist
Hast immer nur an Dich gedacht
Geglaubt, dass Dir so nichts passiert
Du hast es Dir bequem gemacht
und plötzlich bist Du aufgewacht
In der Wirklichkeit

Du hast Dich gerne weggeduckt
wenn's wegen Dir Probleme gab
Ansonsten jeden Scheiß geschluckt
bei andern nicht an Hohn gespart
Du bist gut damit durchgekommen
brav mitgespielt, nicht aufgemuckt
und mit der Strömung mitgeschwommen
Jetzt bist Du endlich angekommen
In der Wirklichkeit

Du fühlst Dich leer und ausgebrannt 
fragst Dich, wo Deine Freunde sind
Sie sind vor Dir davongerannt
weil jeder Deine Launen kennt
Nie hast Du Dich wem anvertraut
Dich nie zu jemanden bekannt
Du hast so gern herabgeschaut
Dein Luftschloss nur auf Sand gebaut
In der Wirklichkeit
 
Du hast die Zeichen ignoriert
und Dich dabei verspekuliert
Jetzt stehst Du da und tust schockiert
Du traust Dich nicht mehr vor die Tür
doch es gibt kein Alibi dafür
 
Du warst von Dir sehr überzeugt 
davon, daß Dir die Welt gehört
Du hast Dich scheint's zu früh gefreut
und Dir nur alles selbst zerstört
Jetzt macht die Zukunft Dich verrückt
es nützt Dir nichts, daß Du bereust
Du weißt, es führt kein Weg zurück
Ich grüße Dich und wünsch Dir Glück
In der Wirklichkeit

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Alles macht weiter
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Alles macht weiter
die Zeit und ihr Garten
der Baum vor dem Fenster
das Hoffen und Warten
die Zwiebeln in Kühlschrank
alles macht weiter
Der Alltag macht weiter
die Probleme und Zwänge
der Verkehr in den Straßen
die Einsamkeit in der Menge
die glücklichen Stunden
Phantasien und Pläne
Planten un Blomen
Enten und Schwäne

Alles macht weiter wie bisher
die Zeit vergeht und steht doch still
die Vögel ziehen übers Meer
und der Wind weht, wohin er will
Alles auf einmal kommt in Fahrt
geht seinen Gang, nimmt seinen Lauf
und es wird werden, wie es war:
Was es auch ist, es hört nicht auf

Alfred macht weiter
die Termine mit Riebe
das Telefon und der Bildschirm
der Blues und die Liebe
das Geheimnis des Lebens
alles macht weiter
Die Geschichte macht weiter
die herrschende Klasse
der Haß auf die Frauen
die Versklavung der Massen
das Leben nach Vorschrift
die Vernichtung der Vielfalt
die schweigende Mehrheit
der Zorn und der Zwiespalt

Alles macht weiter wie bisher
die Zeit vergeht und steht doch still
die Wünsche wandern übers Meer
und der Wind weht, wohin er will
Alles auf einmal kommt in Fahrt
geht seinen Gang, nimmt seinen Lauf
und es wird werden, wie es war:
Was es auch ist, es hört nicht auf

Alles macht weiter
die Nacht und der Morgen
der Abschied von Gestern
die Freuden und Sorgen
die Zwiebeln in Kühlschrank
Alles macht weiter

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Neuer Morgen
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Wenn du mit Deiner Kraft am Ende bist
und die Leere wie ein Spiegel ist
Du bist allein und kommst nicht damit klar
Du siehst dich durch die Straßen gehen
Und kannst die Welt und dich nicht mehr verstehen
Du fühlst dich fremd - nichts ist mehr, wie es war
und an ein neues Glück zu denken, fällt dir schwer
Es kommt dir vor, als gäb' es keine Hoffnung mehr

Gib nicht auf - es kommt ein neuer Morgen
Laß es raus - den Schmerz und Deine Sorgen
Mach dich frei - von allen falschen Zwängen
Nimm dir Zeit - und lern dich selber kennen

Und wenn du denkst, dass du am Ende bist
weil die Leere wie ein Spiegel ist
Du schaust dich an und kommst nicht damit klar
Und deine Freunde können dich nicht verstehen
Du möchtest nichts und niemand sehen
Du fühlst nichts mehr und nichts ist, wie es war
Du könntest weinen, doch zu weinen fällt Dir schwer
Es kommt Dir vor, als hätt'st Du keine Tränen mehr

Gib nicht auf - es kommt ein neuer Morgen
Laß es raus - den Schmerz und Deine Sorgen
Mach dich frei - von allen falschen Zwängen
Nimm dir Zeit - und lern das Leben kennen

Es lockt Dich raus mit seinem Licht
Alles erstrahlt in seinem Glanz
Die Sonne streichelt dein Gesicht
Davorn spielen Kinder mit 'nem Ball
Und Vögel singen überall:

Gib nicht auf - es kommt ein neuer Morgen
Laß es raus - den Schmerz und Deine Sorgen
Mach dich frei - von allen falschen Zwängen
Nimm dir Zeit - und lern das Leben kennen

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Der Sturm
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Ich bin allein mit meinen Träumen
Der Wind weht, wohin er will
Die Blätter zittern in den Bäumen
Alles schläft, die Stadt liegt still

Ich laß mich von Gefühlen leiten
Und misch die Töne mit dem Wort
Such' nach neuen Möglichkeiten
Und wünsch mich weg von diesem Ort

Mir ist, als würd' der Wind mich rufen
Als sollt' ich ihn heraufbeschwören
Und mit Geschick mein Glück versuchen
Von fern kann ich sein Heulen hören

Pfeifend zieht er durch den Hafen
Peitscht die Wellen übers Meer
Wirbelt Staub auf in den Straßen
Und kommt mit Licht und Lärm zu mir

Sturm!	
Weh wild und frei 
Sing mir Dein Lied
Zeig mir den Dreh
Sturm!
Auf hoher See
Mach, dass es geschieht
Brich die Deiche entzwei

Wie er durch die Straßen fegt
Und tobt und brüllt und wütet
Was er in Schutt und Asche legt
Hat der Mensch vor ihm verwüstet

Kein Stein bleibt auf dem anderen stehen
Und in ein paar Minuten
Wird Europa untergehen
Alles versinkt in schwarzen Fluten

Ich bin allein mit meinen Träumen
Der Wind weht, wohin er will
Die Blätter zittern in den Bäumen
Alles schläft, die Stadt liegt still

Sturm!	
Weh wild und frei 
Sing mir Dein Lied
Zeig mir den Dreh
Sturm!
Auf hoher See
Mach, dass es geschieht
Brich die Deiche entzwei

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Jenseits von Jedem
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Alles, was lebt, ist in Bewegung
Alles blüht und atmet auf
Die Leute ziehen durch die Umgebung
Die ganze Stadt ist wie im Rausch
Die Sonne scheint und in den Straßen
Zeigen die Gaukler ihre Tricks
Der weiße Clown tanzt auf dem Drahtseil
Und schwenkt dazu ein Kruzifix
Und Zampano, der Mann aus Stahl, sprengt seine Ketten
Und die Primaballerina tanzt Bolero mit dem Stier

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Arielle wirft sich in Schale
Sie geht mit ihren Schwestern aus
Ihr Ex, der alte Egomane
Masturbiert und bleibt zu Haus
Und wer sie sieht, gerät ins Schwärmen
Was niemand weiß, sie ist verliebt
Sie möchte den DJ kennenlernen
Der zur Eröffnung Shanties spielt
Der Rabensohn ist auf der Flucht vor seinen Eltern
Er geht zum Karneval, verkleidet als Vampir

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Der Abend kommt in blauen Wellen
Die ersten pilgern in die Bars
Und nebenan in den Bordellen
Suchen die Freier ihren Spaß
Das Wunderkind aus der Retorte
Hält sein Leben für' ne Farce
Er trinkt Green Island ohne Worte
Und schaut dabei zu tief ins Glas
Und für den Mann im Mond wird es die Nacht der Nächte
Und Elektra bastelt Rosen aus Papier

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Die Crew vom Holländer ist sauer
Weil der Captain Trauer trägt
"Ey Boss, das Glück ist nicht von Dauer
Und unsere Tage sind gezählt"
Sie gehen sich die Zeit vertreiben 
Im Lichtermeer der Boulevards
Wo Paparazzi heimlich weinen
Hinter ihren Kameras
Der Captain steht an Deck und schaut ins Leere
Und die Pauschaltouristen tummeln sich am Pier

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Der Jesusfreak stellt Gott zur Rede:
"Du hast Dich ganz schön rar gemacht
Gehst, mir nichts, dir nichts, Deiner Wege
Was hast Du Dir dabei gedacht?
Wo du erschufst, kannst Du nicht weichen
Stattdessen wirfst Du alles hin
Auch Du musst Deine Schuld begleichen
Sonst macht das alles keinen Sinn!"
So betet er und wartet auf ein Zeichen
Es tut sich nichts. Die Dinge bleiben kompliziert

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Die Sterne leuchten um die Wette
Ein lichter Glanz liegt auf dem See
Pinocchio raucht 'ne Zigarette
Und seufzt: Wo bleibt die blaue Fee
Müde vom Warten, kalt von innen
Die alten Wunden tun ihm weh
Hört er, wie fremde Stimmen singen
Von einer Odyssee
Und Ahab winkt von seiner Arche
Er hätt' noch Platz für einen blinden Passagier

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - und denk an Schweden
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Das Leben tobt, die Leute tanzen
Dracula wittert seine Chance
Er macht Cleopatra Avancen
Doch die tanzt Foxtrott bis zur Trance
Sir Lancelot betritt die Bühne
Die Leute stehen auf seinen Flow
Er stammelt was von Schuld und Sühne
Und stiehlt Parsifal die Show
Der Exorzist a.D. erinnert sich an Babel
Und Madame Butterfly vertickt Dessous als Souvenir

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Manche beweinen ihre Jugend
Manche können das nicht verstehen
King Lear macht aus der Not 'ne Tugend
Für ihn gibt's keinen Weg nur Gehen
Er hat genug vom Blutvergießen
Und sucht sich irgendwo ne Couch
Dort lässt er sich im Chaos fließen
Und dem Wahnsinn seinen Lauf
Die Zauberin von Oz heult mit den Wölfen
Nero spielt im Club of Rome 17 und 4

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

Die Wolken legen sich in Falten
Die ersten torkeln durch die Nacht
Man sieht diverse Lichtgestalten
Haben sich mit Lotos frischgemacht
Hinten rechts in der Oase
Spielen sie Wahrheit oder Pflicht
Marquis de Sade ist in Extase
Und rezitiert ein Lautgedicht
Der letzte Samurai jagt seinen Drachen
Napoleon B. spielt Für Elise am Klavier

Und ich bin hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und seh dem bunten Treiben zu
Ich sing mein Lied - das ist mein Leben
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

So drehen sie alle ihre Runden
Wie in einem Karussell
Bis in die frühen Morgenstunden
Der Tag erwacht und es wird hell
Die Vögel zwitschern von den Bäumen
Als sängen sie in einem Chor:
"Du sammelst Wirklichkeit aus Träumen
Jetzt kommen wir! Leg Dich aufs Ohr."
Und jeder weiß genau, die Zeit wird uns ersetzen
Ich komm zum Schluss und leg den Kuli aufs Papier

Ich war hier - Jenseits von jedem
Allein mit mir und sah dem bunten Treiben zu
Das war mein Lied. Was für ein Leben!
Ich sing für Dich, denn alles, was mir fehlt, bist Du 

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Jugend von heute
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Wie sie die Straßen langgehen
So selbstverständlich und schön
Cool in der Gegend rumstehen
Wenn man sie sieht, kann man schon neidisch werden
Die Jungen so athletisch und männlich
Und auch die Mädchen sehen phantastisch aus
Manche meinen, sie wären vielleicht etwas dämlich
Doch wer so denkt, kennt sich mit Jungsein nicht aus
 
Jugend von heute - die Zukunft von morgen
Mit ihren Freunden in der Innenstadt
Beim Bummeln und Shoppen wie ihre Alten
Nur andere Klamotten und mehr Taschengeld
 
Sie haben es wirklich nicht leicht
Aber auch nicht wirklich schwer
Vielleicht ist das ihr Problem
Wenn man es so sieht, kann man Mitleid haben
Und überall hört man die Eltern klagen:
"Mein Gott, was haben wir falsch gemacht?"
"Also wenn Du mich fragst, ich kann's Dir nicht sagen
Aber wenn das mal nichts mit dem System zu tun hat"
 
Jugend von heute - die Zukunft von morgen
Mit ihren Träumen in der Innenstadt
Beim Essen und Rauchen, zu nichts zu gebrauchen
Mit neuen Klamotten und mehr Taschengeld
 
Wie sie die Straßen langgehen
So unaufhaltsam und schön
Cool in der Gegend rumstehen
Und jeder weiß, sie werden die Herrscher der Welt sein
Die meisten sind nur telefonisch erreichbar
Sie haben ihre Lektionen gelernt
Punkt 1: Mit Geld weint es sich leichter, Baby
Und zweitens: ...

Jugend von heute - die Zukunft von morgen
Mit ihren Freunden in der Innenstadt
Beim Bummeln und Shoppen wie ihre Alten
Mit neuen Klamotten und mehr Taschengeld
So war es immer und so wird es bleiben
Sie lassen sich treiben und haben Spaß dabei

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Wir sind frei
(Text - Distelmeyer / Komposition - Distelmeyer, Mühlhaus, Rattay) 

Aus Sternenstaub und Teil des Meers
Ergebnis der Gezeiten
So kreisen wir schon länger hier
Durch unbegrenzte Weiten
Wir suchen was, das es nicht gibt 
Seit ein paar Ewigkeiten
Für was mir fehlt, schreib ich ein Lied
Und greif in meine Saiten
Und die Zeit bleibt stehen in meiner Phantasie
Bist du bereit für eine kleine Utopie?

Komm sag es allen: Wir sind frei
Es gibt kein Müssen und kein Sollen 
wenn wir nicht wollen
Die Zeit der Heuchler ist vorbei 
und ihre Tyrannei
Denn wir sind frei

Die Träume enden in den Charts
Wem dienen Eure Lieder?
Ein Höhenflug und dann: Das wars.
Die Erde hat euch wieder
Ihr Sklaven in der Überzahl
Wie lang noch wollt Ihr leiden?
Wer frei sein will, hat keine Wahl
Wir müssen uns entscheiden
Und manche sagen: Der Typ gehört in Therapie
Kann sein, doch um mich weht ein Hauch von Anarchie

Komm sag es allen: Wir sind frei
Es gibt kein Müssen und kein Sollen 
Wenn wir nicht wollen
Die Zeit der Heuchler ist vorbei
Und ihrer Barbarei
Denn wir sind frei

Aus Sternenstaub und Teil des Meers
Ergebnis der Gezeiten
So kreisen wir schon länger hier
Durch unbegrenzte Weiten

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Die Welt ist schön
(Komposition und Text - Distelmeyer)

Die Nacht war lang
Ich fragte mich
Wie soll es weitergehen
Und dunkle Wolken zogen übers Meer

Ich saß nur da
Und tat sonst nichts
Als nur die Wand ansehen
Und der Fluss floss ruhig vor sich her

Es zog mich raus
Ich sah mich um
Ich ging nur, um zu gehen 
Und Schatten tanzten mit dem Wind

Ich dachte mir:
Vielleicht sind wir
Nicht da, um zu verstehen
Wir vergehen, wie wir gekommen sind

Dann kam der Tag mit seinen Farben
Er kam zu mir und der war neu
Und ich muss sagen, trotz aller Plagen:
Es geht mir gut. Die Welt ist schön. Ich lebe gern

Die Sonne schaut zur Tür herein
Und sieht mich strahlend an
Sagt mir, sie hätt' noch was zu tun

Doch später möcht' sie bei mir sein
Ich weiß, ich bin ihr Mann
Und sie wirft mir mit Blicken Küsse zu

Und wie wir durch die Landschaft fahren
Mit Freunden oder nur zu zweit
An solchen Tagen möchte ich ihr sagen:
Ich liebe Dich. Die Welt ist schön. Ich lebe gern

Und Gott zieht durch die Galaxien
Er ist so einsam und allein
An manchen Tagen scheint er zu sagen:
Ich bin o.k. Die Welt ist schön. Ich lebe gern.

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