Aus Westzeit
Interview: carsten wohlfeld
carstenwohlfeld.de

Blumfeld - Kein Weg zurück

Es gibt wohl keine andere deutsche Band, die sich eine Plattenpause von viereinhalb Jahren erlauben kann, ohne völlig in Vergessenheit zu geraten. Blumfeld aber können das, sind alles andere als vergessen und wissen mit ihrem dritten Album wirklich zu überraschen. Denn wo Anfang und Mitte der Neunziger der Sound noch äusserst schrammelig geriet, die "Botschaft" wesentlich plakativer war und die Freundschaft zu stilistisch ähnlichen Bands wie Pavement gepflegt wurde, machen Blumfeld '99 auf "Old Nobody" Schlager - oder das, was sie darunter verstehen. Im letzten Lied, "So Lang Es Liebe Gibt", singt Jochen Distelmeyer von Liebe, zerschlagenen Spiegeln und davon, dass kein Weg mehr zurückführe. Ein Bild, das sich gut auf das ganze Album übertragen lässt. Statt amerikanischem Indie-Rock heissen die Vorbilder nun Talk Talk, George Michael oder Münchner Freiheit, was sich ganz besonders in der ersten Single "Tausend Tränen Tief" und Jochens wiederentdeckter Liebe zum Gesang widerspiegelt. Beim ersten Hören werden sie mit dieser Platte sicherlich selbst einige ihrer treuesten Fans erschrecken, aber nach mehr- bzw. vielmaligem Hören werden die Zusammenhänge gerade zwischen dem '94er Meisterwerk "L'ETAT ET MOI" und "Old Nobody" immer deutlicher. Es ist ein Album, das von seiner Hörerschaft Offenheit und Verständnis erwartet. Aber genau solch ein Publikum wollen Blumfeld eben auch haben. Mitte Dezember reiste Jochen Distelmeyer durch Deutschland, um die Fragezeichen in den Gesichtern von Fans und Presse geradezurücken.

Wir trafen ihn im Kölner Hotel Chelsea.

Westzeit: Im Gegensatz zu euren früheren Platten geht es auf "Old Nobody" viel mehr um das Thema Liebe. Zumindest scheinst du mir mit dem Thema auf der neuen Platte offener umzugehen, es ist nicht mehr nur so unterschwellig behandelt.

Jochen Distelmeyer: "Ich fand, dass es auch auf den anderen Platten recht offen dargestellt war. Ob das nun "Draussen auf Kaution" war oder "2 oder 3 Dinge, Die Ich Von Dir Weiss" oder "You Make Me". Die Perspektive ist vielleicht jetzt anders. Klar, es geht auch um Liebe bei der Platte, das würde ich auch sagen. Es jetzt aber nur darauf zu beschränken als inhaltlicher Schwerpunkt, das fände ich zu kurz gegriffen. Die Basis, auf der sich das ganz entfalten kann, ist sicherlich sehr stark von Liebe und Freundschaft geprägt, aber es sind verschiedene Sachen, die da ineinandergreifen."

Westzeit: Ganz ehrlich, die Platte ist einfach nicht das, was ich von Blumfeld erwartet habe. Für mich ist sie, gerade was den Sound betrifft, ein grosser Schritt. Dadurch, dass ihr ja auch noch bis Ende '97 nur die alten Sachen live gespielt habt, hat sich diese neue Richtung ja auch für die Aussenstehenden nicht wirklich abgezeichnet.

Jochen Distelmeyer: "Find' ich eigentlich schon, denn gerade auf der '97er Tour haben wir durch die 30 Minuten Coverversionen zum Ende der Konzerte, ob das nun "Killer" von Adamski gewesen ist oder diese "The Law"-Bearbeitung von Cohen, die wir gespielt haben oder die Joni Mitchell Sachen - schon versucht aufzuzeigen, wo es hingeht. Und das ist genau das, was sich bei der Platte nun anhand eigener Lieder wiederfindet. Ich kann schon verstehen, dass die neue Platte vielleicht überraschend wirkt, aber ich glaube, das liegt einfach daran, dass bei den Leuten, die sie hören - ganz unabhängig von Blumfeld - einfach andere Sachen angestanden haben. Diese Stücke sind nur durch die Produktion anders in Szene gesetzt worden. Wenn Du "Mein System Kennt Keine Grenzen" nimmst, ist klar, dass das was mit "Jet Set" [vom letzten Album "L'ETAT ET MOI"] zu tun hat. Wenn du "Status: Quo Vadis" nimmst, kannst du vielleicht denken, das sei "Walkie Talkie" oder so. Und "The Lord Of Song" hat mit "Evergreen" auch musikalisch - viel zu tun. Ein bisschen gilt das für alle Stücke. Für mich ist es kein grosser Schritt von "Draussen Auf Kaution" zu "1000 Tränen Tief". Was einem da jetzt als Mainstream-Pop entgegenkommt, ist genau das, was immer schon in dieser Band angelegt war. Wir haben eigentlich immer geguckt, dass wir unsere Songs so spielen wie 'ne Popband. Auch wenn sie dann jetzt vielleicht mehr mit den Pet Shop Boys zu tun hat als mit irgendeiner Indie-Rock-Band."

Westzeit: Aber warum kommt das jetzt, nach fast zehn Jahren Blumfeld, raus? Vielleicht auch durch eure neue Besetzung mit Keyboarder Michael Mühlhaus?

Jochen Distelmeyer: "Die Idee dieser Platte ist schon sehr früh gefasst worden. Es gab schon bei "L'ETAT ET MOI" inhaltlich und textlich so Momente, wo klar war, wie das Cover aussehen würde. Oder welche Färbung die neuen Sachen haben würden. Bei "L'ETAT ET MOI" gibt's diese eine Passage "all meine Blicke liegen im Dunkeln und ihre Schritte hinterlassen keine Spur" oder "mein schwarzes Haupt will sich erheben". Die Idee, einen Keyboarder in die Band zu integrieren, war auch schon ziemlich früh da, sogar, als Eike [Bohlken, bis 1996 Bassist] noch in der Band war. Der hat dann, nachdem wir in Paris gespielt haben, auf der Rückfahrt gesagt, dass er für ihn Philosophiestudium und Band zu belastend sei, dass würde er so nicht mehr gebacken kriegen. Das war ziemlich schockierend für uns, aber in dem Moment dachte ich noch: 'Ach, Quatsch, den krieg ich noch rum', da war das aber schon 'ne feste Entscheidung gewesen. Dann hab ich Michael, den ich schon damals als mögliche Erweiterung der Band gesehen hatte, erst einmal gefragt, ob er Bock auf Bass hätte, und wir haben dann geprobt und es war nicht so gut. Klar, ist halt nicht sein Instrument. Kurz danach haben wir dann mit Peter Thiessen 'ne Probe gehabt, und das war genial, das passte sofort. Musikalisch, vor allem aber auch menschlich. Bei den anstehenden Touren haben wir dann erstmals versucht, mit dem neuen Bassisten die Bandchemie hinzukriegen. Ich hab aber damals schon zu Michael gesagt: 'Wir haben uns jetzt für Peter als Bassisten entschieden, aber ich würde sehr gerne auf dich zurückkommen, wenn es an die neue Platte geht. Da waren einige Musiken bereits klar und auch die inhaltliche Überlegung war auch schon fertig, worum es da gehen würde und welche Strecke zurückgelegt werden würde.

Westzeit: Gerade wenn ich mir alte Interviews durchlese, scheint ihr ja früher auch sehr viel Wert auf die Trio-Besetzung (zumindest im Studio) Wert gelegt zu haben. War diese Erweiterung dennoch kein grosser Schritt für euch?

Jochen Distelmeyer: "Ja, das war ein sehr wichtiges Element. Deshalb funktionierte die Band so, wie sie funktionierte. das lag auch viel am Bassspiel von Eike. Deshalb bin ich auch sehr glücklich, dass er spontan für das "Lied Von Zwei Menschen" ins Studio gekommen ist. Ich hab ihm gesagt: "Du, es gibt da ein Stück, das haben Peter und ich zusammen gemacht, so mit Gitarren, da musst du eigentlich Bass spielen. Dann hatten wir aber, weil ich vor der Aufnahmephase lange Grippe hatte und so, keine Möglichkeit, vorher zu proben. "Mein System Kennt Keine Grenzen", "Status: Quo Vadis" hatten wir vorher schon als Band geprobt, aber ansonsten nichts. "So Lang es Liebe gibt" haben wir einmal live gespielt... Und dann rief ich ihn an und sagte: 'Tut mir leid, ich war krank, wir konnten nicht proben, du konntest dich nicht auf das Stück vorbereiten, aber vielleicht hast du ja Lust, einfach im Studio vorbeizukommen'. Zwei Tage später ruft er an und fragt, wie's denn nun sei, er hätte gerade Zeit. Wir waren gerade zufällig eh mit dem Stück beschäftigt... ein extrem magischer Moment. Er meinte dann, er könne erst um sieben und ich sagte (weinerlicher Ton): 'Ach komm doch bitte JETZT!'. Also kam er um vier und stellte sich dahin und spielte einfach drauflos - den klassischen, für mich weltbewegenden Blumfeld/Eike-Bohlken-Bass! Und das, obwohl er das Stück erst einmal gehört hatte! Ein sehr rührender Moment. Kann man schlecht erklären. Damit soll aber auf keinen Fall die Bedeutung von Peter für die Band geschmälert sein. Was er da macht, haut mich echt vom Hocker. Vor allem, wie schnell er solche Sachen entwickelt und anbieten kann. Was die Erweiterung angeht: Die Band um die Klangfarben eines Klaviers/Streicher zu erweitern, schien uns der naheliegende Schritt."

Westzeit: Für mich gibt es auf der neuen Platte eine interessante Zweigleisigkeit: Einerseits ist ein Grossteil der Texte verständlicher - '94 haben ja viele gefragt: 'Wer soll das noch verstehen?' - und andererseits finde ich "Old Nobody", gerade auch durch die Akustikgitarre und die Keyboards, musikalisch ausdifferenzierter.

Jochen Distelmeyer: "Ich weiss, was du meinst. Wichtig ist, dass die Prägnanz der Texte nun eine andere ist und das die Texte einfacher - was immer das jetzt heissen mag -geworden sind. Auch aus künstlerischen Gründen. Diese Art HipHop-Texte, das kann ich jetzt, das stellt keine grössere Herausforderung mehr für mich da. Die Arrangements und die Kompositionen sind eigentlich genauso simpel wie früher auch.

Westzeit: Bei unserem letzten Interview hast du gesagt, du würdest gerne so Songs wie Tom Liwa schreiben wollen, könntest es aber einfach nicht. War es also nun schwieriger, die neuen Texte zu schreiben?

Jochen Distelmeyer: "Das Schreiben an sich gar nicht, aber die Vorbereitungszeit davor schon. Die Zeit, in der ich nicht am Schreibtisch sass, das war komplizierter. "Eines Tages" war eine schwierige Angelegenheit. Nicht stilistisch, aber es ist eben ein sehr ernster Text, und weil es mir die meiste Zeit ziemlich gut ging und ich immer warten musste, bis es mir mal nicht so gut ging. Dafür ging's mir dann richtig schlecht."

Westzeit: War von vorne herein klar, dass das Stück ohne Musik bleiben würde?

Jochen Distelmeyer: "Es war auch schon lange klar, dass es das erste Stück der Platte sein würde. Ich hab das zum ersten Mal in einer kürzeren, also noch nicht fertigen, Version - bis zur fünften Strophe mit einem anderen Ende - auf der Beerdigungsfeier von Rio Reiser im Metropol vorgetragen. Da war auch schon klar, dass die Anfangszeilen die gleichen sind wie am Ende."

Westzeit: Wie kam es zu dem Rückgriff auf die älteren Texte? Es gibt ja einen Text ("Pro Familia"), der als "Skyeyeliner" schon auf "L'ETAT ET MOI" abgedruckt ist, zumindest die Hälfte davon.

Jochen Distelmeyer: (lacht) "Ja, genau! Das war damals ein Versehen! Wir hatten da schon einmal 'ne Musik zu, aber das war nicht gut und da haben wir gesagt: 'Okay, wir nehmen es wieder von der Platte', und dann habe ich aber vergessen, beim Layouten den Text rauszunehmen, und so kam es dann zu dieser etwas anderen Art von hidden track. Jetzt ist es eine weitere Verbindung zwischen den beiden Platten."

Westzeit: Welche Art von Musik hat die neue Platte am meisten beeinflusst?

Jochen Distelmeyer: "Grace Jones, speziell diese eine Platte, "Nightclubbing" heisst sie, glaube ich, wo "Walking In The Rain" drauf ist, die Flash & The Pan-Coverversion, Robert Palmer, speziell da ein Stück "Know By Now", das ist der absolute Hammer, Scritti Politti, ABC, Georg Michael, da speziell "Jesus To A Child", Michael Jackson sehr viel, Stevie Wonder. Unterschiedlichstes Zeug. Pet Shop Boys - klar! Aber auch House und D&B, wo man die Anknüpfungspunkte vielleicht nicht direkt hört. Münchner Freiheit, Chris Rea, besonders "On The Beach", Fleetwood Mac, John Lee Hooker, Joni Mitchell. Und speziell die letzte Dylan, ein absolutes Meisterwerk - genial!"

Westzeit: Kommt die Ausgeglichenheit und Ruhe vielleicht auch daher, dass ihr sehr viel Zeit hattet, euch darüber klar zu werden, was ihr wollt? Da sehe ich zum Beispiel auch einen Bezugspunkt zum letzten Dylanalbum, "Time Out Of Mind". Das war auch nach sieben Jahren seine erste Platte, sie ist sehr ruhig.

Jochen Distelmeyer: "Ist eine sehr nette Assoziation, auch wenn die Platten nicht sehr ähnlich klingen. Ich halte die "Time Out Of Mind" für ein perfektes Album. Komplett perfekt. Da stimmt alles. Ausser Kraftwerk oder vielleicht die Beatles gibt es wenig Künstler, die die Spielzeit einer Platte so kohärent füllen können. Ich weiss nicht, ob das mit der Zeit zusammenhängt, die man sich dazwischen lässt. Ich habe es eigentlich auch nie so gesehen, dass ein besonderer Druck auf uns lastet."

Westzeit: Druck kann man sich natürlich auch selbst machen, indem man sich bei Plattenfirmen zu irgendwelchen Abgabeterminen verpflichtet.

Jochen Distelmeyer: "Stimmt. Ich weiss noch, als die "Andromeda Heights" von Prefab Sprout rauskam und ich "Prisoner Of The Past" hörte, dachte ich, 'das kann nicht wahr sein'. Das war genau das woran ich auch gerade sass. Da war gerade "Mein System Kennt Keine Grenzen" fertig. Auf der einen Seite war das super, dass da offensichtlich andere Menschen an genau den gleichen Sachen arbeiten, aber dann auch wieder dieses: Ach, Scheisse, warum dauert das nur so lange. Ich muss das Ding jetzt raushauen. Das löst sich dann aber irgendwann auf, weil du einfach glücklich bist, dass jemand anders das irgendwie ähnlich sieht."

Westzeit: Da höre ich heraus, dass du dich in deiner Arbeit manchmal etwas isoliert fühlst.

Jochen Distelmeyer: "Isoliert ist zu hart ausgedrückt. Dazu gibt es viel zu viele interessante Sachen, zu denen man sich in Beziehung setzen kann. Ob das nun die Brüllen-LP war oder die, wie ich finde, ausgezeichnete letzte Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs-Platte. Da fühlt man, dass eine Geistesverwandtschaft die ganze Zeit da ist. Aber es gibt auch viele Leute, die sich zwar den richtigen Themen widmen, aber zu - für meine Begriffe - falschen Ergebnissen kommen. Da fühlt man sich schon ziemlich alleine. Warum muss man, um eine neue Sache gut finden zu können, das Ende von irgendwas Altem erklären?"

Westzeit: Würdest du - einmal vorausgesetzt du drückst deine Meinung am liebsten in Songs aus - in solchen Situationen gerne häufiger Platten machen, um schneller reagieren zu können?

Jochen Distelmeyer: "Ja! Ich finde das zum Beispiel bei Tocotronic schon bewundernswert, auch wenn ich da nicht alle Sachen nachvollziehen kann und es manchmal nicht ganz mein Style ist. Aber wie konsequent die ihre Sache verfolgen und ziemlich komplex ausbauen - was man ja auch von The Fall kennt - finde ich schon toll. Wenn wir vier Jahre warten, bedeutet das nicht, dass wir prinzipiell ablehnen, in kürzeren Zeiträumen Platten zu machen. Ich lehne das nur aus ökonomischen oder marketingtechnischen Zwängen heraus ab. Diese Sichtweise "da muss alle zwei Jahre was kommen" finde ich abstossend. Das hat mit der Arbeit als Musiker nichts zu tun. Manchmal würde ich also schon gerne öfter Platten machen. Man muss sich nur darüber klar werden, zu welchem Preis man das macht. Ich habe es als extrem befreiend empfunden, für lange Zeit mit bestimmten Ritualen nichts zu tun zu haben. Das macht den Kopf...naja nicht frei, aber es verändert die Perspektive. Alles wird offener."

Westzeit: Habt ihr euch mal überlegt, die Platte in einem anderen Studio, in einem anderen Umfeld zu produzieren?

Jochen Distelmeyer: "Ich habe ein, zwei Jahre nach "L'ETAT ET MOI" schon überlegt, die Platte von Münchner Freiheit produzieren zu lassen, aber dann dachte ich, da gibt es schon einige Stücke, die sollen anders klingen. Ausserdem dachte ich: 'Warum sollen wir jetzt das Studio wechseln - der Soundgarden ist sowieso jetzt in anderen Räumen -, warum sollen wir den Produzenten wechseln, wo schon die Band durch zwei neue Leute anders klingen wird?' Das hat sich auch als absolut richtige Entscheidung herausgestellt. Was Chris da gemacht hat, ist einfach unglaublich. Auch als Integrationsfigur. Er kennt halt Andre und mich und weiss, wie wir im Studio funktionieren. Es ist einfach unglaublich angenehm, mit dem Typen zu arbeiten, weil er ein herzensguter Mensch ist, mit viel musikalischem Einfühlungsvermögen."

Westzeit: Ich dachte einfach: Beim Fussball wechselt der Verein ja auch eher den Trainer als die Spieler, und bei Bands ist es eben oft ein neuer Produzent, der für frischen Wind sorgt.

Jochen Distelmeyer: "Das halte ich auch für legitim. Kann sein, dass wir in Zukunft auch mit anderen Produzenten zusammenarbeiten werden, aber das muss nicht zwingend sein. Ich halte das für den grössten Glücksfall, dass wir die Platte da und mit Chris gemacht haben. Die musikalische Ausgeglichenheit kommt nicht nur durch die Komposition und das Arrangement, sondern auch durch die Situation, in der man da so lebt."

Westzeit: Ab Februar werdet ihr ausgiebig auf Tour gehen, dann wird sich auch schon etwas besser abzeichnen, inwieweit eure Fans den neuen Kurs akzeptieren. Aber ein gewisses Restrisiko, dass zumindest ein Teil eurer Hörer lieber die Indie-Rock-Band Blumfeld zurückhaben möchte, bleibt dennoch.

Jochen Distelmeyer: "Das ist doch erstaunlich, findest du nicht? Das ist für mich auch so ein bisschen der Gag bei der Sache: Du machst ein Mainstreamalbum und wirst damit noch undergroundiger als vorher."

Interview: Carsten Wohlfeld