Aus Spex 02/1992
Von Sebastian Zabel


Sie haben die wichtigste Platte seit "Monarchie und Alltag" gemacht. Sie glauben, daß das Private das Politische ist, und daß die Revolution von innen kommen muß. Sie wollen über alles reden: Gefühle, Sex und Adorno.
Sebastian Zabel war

Im Bett mit BLUMFELD

Ich krieg kein Frieden / Krieg kein Frieden!

Jochen Distelmeyer, mit strähnigen Haaren, immer in Bewegung, latent hektisch und kurz vorm Durchknallen, der schlecht abschalten, kaum ruhen kann und einem das Gefühl vermittelt, als sei sein Hirn ein Tier, das ständig gefüttert werden muß, als sei sein dürrer Körper nur dazu da, die Einzelteile zusammenzuhalten, kocht Kaffee. Dabei spaziert er durch die kleine Küche seiner Wohnung und redet, während ich ihm House-Maxis vorspiele. Schon auf der unbequemen Autofahrt von Hannover nach Hamburg, eingekeilt zwischen Drumkit und Gitarre, nach einem Auftritt vor zwölf zahlenden Besuchern, redete sich Jochen von Dostojewski zu Deleuze, ließ sich weder von den flapsigen Einwürfen seiner Bandkollegen noch von meinem Dämmerzustand abhalten, von einem Gedanken zum nächsten zu hetzen. Sein Mitteilungsbedürfnis ist gewaltig, und das Sprechen, ob mit jemandem oder zu jemandem, scheint für ihn ein lustvoller Akt zu sein. Vielleicht liebt er die Sprache mehr als die Menschen, aber wahrscheinlich glaubt er einfach, daß das Sich-Mitteilen Nähe herstellen kann. Denn Jochen Distelmeyer sucht Nähe.

Dabei ist er tatsächlich extrem unlocker. Während Blumfeld-Schlagzeuger Andre Rattay den lässigen Kumpeltyp und Bassist Eike Bohlken den ruhigen Realisten verkörpert, wirken Jochens abrupte Bewegungen, sein Gestus und nonverbalen Äußerungen widersprüchlich und sonderbar. Distelmeyer erzwingt Aufmerksamkeit allein durch seine komische Erscheinung. Obwohl er immer wieder betont, daß Blumfeld aus drei gleichwertigen Persönlichkeiten besteht, ist er Mittelpunkt der Band und weiß das auch. Schon bei Fast Weltweit, jener kruden Glaubensgemeinschaft deutschsprachiger Popmusiker, war mir Distelmeyer (damals mit Die Bienenjäger, einer Aztec-Camera-artigen Band und unfaßbar pubertären Texten) am deutlichsten aufgefallen. Damals wie heute bat er das Publikum, näher an die Bühne zu kommen, bevor er die Hosen runterließ.

Ich hab keine Knochen mehr dafür / Tinte für 20 Bücher im Bauch.

Da kommen die oft quälend distanzlosen Texte auf "Ich- Maschine", der ersten Blumfeld-LP, auch her. Von krasser Ablehnung bis zu einem peinlichen Berührt-Sein haben sie die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen. Aber niemand konnte diese Platte hören, ohne zu reagieren. Kein Achselzucken, kein professionelles Gequatsche, kein gönnerhaftes Nicken. Trotzdem: so unmöglich es mir war, die Platte gegen Kritiker zu verteidigen, so schwierig ist auch das Sprechen über sie. Denn ich gehöre zu denjenigen, die sich von Jochens Texten haben berühren lassen, die dort etwas gefunden haben, was gemeinhin in den Bereich des "Privaten" sortiert wird, den man nicht einfach offen legt, sondern –wenn überhaupt– intellektualisiert, Dinge (Gefühle, Erfahrungen), über die man mit antrainierter, professioneller Distanz spricht. Ein normalerweise sinnvoller Selbstschutz, den Jochen Distelmeyer auf "Ich-Maschine" aufgegeben hat. Jochen singt: Ich will, daß Liebe wahr wird / Ich weiß, daß Liebe wahr werden kann, Diedrich kommentiert: "was immer das heißen mag", und ich denke: Scheiße, wieso weißt du das nicht? Man kann diese Zeile kitschig finden, pubertär, blöde oder sonstwas, aber es ist ein Gefühl, das ich gut kenne. Diedrich hat Recht, wenn er sagt, daß das Gefühl als Argument nicht viel taugt, aber das verdammte (Gefühls-)Leben funktioniert eben nicht nur über Argumente. Gefühle sind nicht zufällig, man kann ihnen vertrauen. Das heißt nicht, daß Gefühle "echter", originärer oder wahrhaftiger sind als andere Erfahrungen, als die Kausalität einer logischen Herleitung von Erklären der Wirklichkeit beispielsweise. Gefühle haben einfach eine andere Logik, sie lassen sich nicht immer in unsere Begriffswelt packen. Wir haben uns angewöhnt, auf unmittelbare Gefühlsäußerungen mit Distanz zu reagieren. Diedrich schafft sich Distanz zu Distelmeyers nervenden Texten durch eine Formulierung wie "er spricht alles aus, was Jungs schon lange nicht mehr trauen, sich zu sagen", denn Diederichsen ist ja kein Junge rnehr, also geht ihn das nichts an, ist es nur von entpersönlichtem, intellektuellen Interesse.

SEX
Warum mein Mund nicht weiß, warum er spricht / wenn er berühren will
und
Zwei Beine hab ich keine / bloß zwei zermatschte Hoden
und
Wo du schon mal da bist / leg dich zu mir
und
Ich weiß gar nicht, wie das gehn soll / sich vereinigen / ich kann nicht mehr als berühren und fühlen.

"Erst mal ist ein Sprechakt dazu verdammt, Monolog zu sein", sagt Jochen. "Erst wenn etwas erfahren wird als eine Berührung, wie: ein Buch liest in mir oder eine Platte spricht in mir, wenn dieser Moment von ’Das kenne ich auch’ eintritt, entsteht ein Dialog." Jochen, der im Gespräch ständig theoretisiert, spricht bei Blumfeld in individuellen Erfahrungs- und Gefühlswerten. Doch hier funktioniert das Individuelle als kollektive Erinnerung und Erfahrung. Der individuelle Erfahrungswert Ein Freund mehr, der nicht locker läßt / bis du einer von ihnen bist ist ebenso Allgemeingut wie Ich weiß gar nicht wie das gehn soll / sich vereinigen, mit dem Unterschied, daß wir über ersteres problemlos sprechen können, während ein Text wie "Laß uns nicht von Sex reden" Distanz provoziert, weil er einen tabuisierten Bereich berührt.

Bohlken: "Bei der sexuellen Revolution der 60er Jahre gab es ja so ein zwanghaftes ’darüber reden’, wobei es aber nur darum ging, das Ganze öffentlich zu machen, nicht es zu hinterfragen."

Distelmeyer: "Das bedeutet, daß gar nicht davon geredet worden ist. Da ist ein Austausch simuliert worden, der unter ganz bestimmten Vorzeichen lief. Die haben sich selbst gar nicht überprüft. Auf der Platte geht es um Kommunikation, um Sexualität, geht es um zwei Leute. Das kann so beschrieben werden, daß sich Verbindungen herstellen lassen von einer Liebesbeziehung zu größeren gesellschaftlichen Modellen."

Theweleit schreibt, daß die Befreiungsversuche der jüngeren Generation immer in einer unbewußten Berührung mit den Hauptübeln der älteren stünden. Er bezieht das auf die sogenannte "sexuelle Revolution" der 68er. Der ehemalige SDSler Reimut Reiche behauptet, seine Generation habe an die Phantasie einer schuldlosen Sexualität geglaubt, an eine "Triebtat ohne Schuld" (und damit Auschwitz nachvollzogen). Muß man also Kommunikation und Sex unvorbelastet lernen können, um frei und nicht vorgeprägt zu kommunizieren, ohne den anderen zu benutzen, um nur sich selbst zu bestätigen?

Distelmeyer: "Sexuelle Lust steigert sich, je länger man sich einfach nur begreift. Sex ist oft nur Onanie, als Prinzip des Monologs, wo du den zweiten immer mitdenkst. Dieser falsche Begriff von Sexualität überträgt sich auf unsere Kommunikation. Da ist einerseits die Feststellung, daß alles nur Selbstgespräch ist, andererseits, daß dich ja nicht interessiert, was du erlebst, sondern nur, was du davon erzählen kannst. Und umgekehrt."

In einer Zyankali-Laune sitz ich vor dem Telefon und staune / daß niemand anruft, um mich zu retten / und wenn wer spricht, möcht ich wetten / daß alles bloß Selbstgespräch ist. / Wovor hast du Angst? / Dich interessiert ja nicht, was du erlebst / sondern nur, was du davon erzählen kannst. ("Aus den Kriegstagebüchern")

Distelmeyer: "Ich sage ja nicht, alle müssen miteinander reden, aber man kann das Miteinander-Reden oder eben Nicht-Reden beschreiben. Bei zwei Menschen gibt es sehr einfach zu bezeichnende Wege des Zusammenkommens, des Reglementierens, des Organisierens. Das läuft unter dem Überbegriff Kommunikation, was für meine Begriffe auch ein sexueller Akt ist. Da sind zwei Körper vorhanden, die sich durch den kommunikativen Akt zu begreifen versuchen. Manchmal scheitert das und dann ist man bei Niklas Luhmann, der sagt, daß deswegen ein Dialog oft nicht möglich ist und Monolog heißen muß."

Bohlken: "Es kann nur ein Dialog sein, wenn zwei wirklich Interesse aneinander haben. Wenn jeder nur etwas bestimmtes vom anderen will, ist es ein Monolog."

Distelmeyer: "Und dabei geht es wirklich nicht darum, eins zu werden, ich weiß gar nicht wie das gehen soll, ich weiß auch gar nicht, wozu das gut sein sollte. Sex ist eben, wenn man sich als Zwei begreift und stehen läßt. Genauso ist das mit der Band, da verschmilzt auch nichts, und wozu auch?"

MUSIK
Distelmeyer: "Ich habe lange Zeit keine Musik mehr gemacht, aber viel HipHop gehört. Bei Fast Weltweit gab es ein sehr begrenztes Musikverständnis; vor Blumfeld konnte ich mit Sonic Youth nichts anfangen."

Rattay: "Früher habe ich in Punkbands gespielt, dann mit Eike beim Schwarzen Kanal. Blumfeld hat auf Anhieb funktioniert, vielleicht, weil die deutsche Sprache unsere gemeinsame Quelle ist."

Bohlken: "Obwohl ich zunächst Probleme mit Jochens Texten hatte. Ich würde andere Worte verwenden, mich anders ausdrücken. Jochen benutzt Worte auf eine sehr private Weise, es gab da einige heftige Auseinandersetzungen. Wir haben uns beispielsweise lange über den Satz gestritten: Ist Sprache faschistisch?"

Bei Blumfeld ist die Musik begleitend, den Text unterstützend, ähnlich wie bei Folk.

Bohlken: "Wir haben die Erfahrung gemacht, daß man mit sehr wenig auskommt. Sich fragen: Wieviel braucht das Stück? und nicht mehr zu machen."

Jochen arbeitet fast ohne Refrains, wie der späte Degenhardt, wie manche Rapper.

Distelmeyer: Durch das Setzen einer Zeile als Refrain; wird eine Hierarchie der Bedeutungen erstellt. Refrains haben für mich einen zu starken Parolen-Charakter, aber ich sehe nichts, was ich hymnenhaft in die Weit schicken könnte. Eine der wenigen Parolen, die ich habe, ist: Auf daß die anderen aufhören mit sich selbst zu reden!"

Genau das tut Distelmeyer gerade nicht: Sinnhierarchien abbauen. Denn seine Texte schreien ja ständig LIEBE! KÖRPER! BERÜHRUNG! Das schickt er raus in die Welt. Die karge Einfachheit der Blumfeld-Musik ist allerdings das beste, was Jochens Texten passieren konnte. Besonders gelungen ist die noch unveröffentlichte Rap-Version von "Sing Sing".

Distelmeyer: "Bei frühen HipHop-Platten, wo gesagt wurde "Ich bin der, ich hab das und das gemacht, ich hab die schon gefickt und das sind meine Freunde," sind die Texte auch ’privat’, aber gleichzeitig das Bemühen um einen Dialog. Im Grunde machen wir bei Blumfeld genau dasselbe."

PRÜGELEIEN
Blumfeld sehen sich in einem Zusammenhang mit anderen Musikern, Schreibern, Aktivisten. Die Bands Mutter, Brüllen, Cptn. Kirk &, Eisenvater, Huah und Blumfeld bilden eine Art lose Assoziation, die teils gewerkschaftliche (man informiert sich gegenseitig über Auftrittsbedingungen und Gagen, veranstaltet gemeinsame Konzerte, um mehr Leute zu erreichen), teils ideelle Züge hat. Kristof Schreuf (ex-Kolossale Jugend, heute Brüllen) sagt dazu in einem "Glas’z"- Interview: "Es ging uns um diese Art des Miteinander-Redens, daß eine Zurkenntnisnahme von denen stattfindet, die an prinzipiell vergleichbaren Sachen arbeiten." Blumfeld verstehen solche gemeinsamen Auftritte als "Werkschau", an das Publikum geht die Aufforderung "Verfolge den Prozeß!"

Distelmeyer: "Das schließt mit ein, daß Bands, die formal nicht viel miteinander zu tun haben, sich durch den kommunikativen Akt organisieren. Eine Black-Community oder Frauenbewegung organisiert sich innerhalb eines sozial-determinierten Feldes und unterliegen damit gewissen Zwängen. Das ist hier was anderes, hier gibt es eine Werteverbundenheit, das bürgerliche Individuum will sich ausdrücken. Wie bei Punk zieht so ein Wertemilieu dann ein soziales nach sich."

Bohlken: "Es hat auch praktische Auswirkungen, daß man voneinander weiß, die Arbeitsbedingungen werden besser. Den Medien gegenüber nimmt man dadurch einen anderen Standpunkt ein. Sowas wie 'Hamburgs beste Underground-Band' funktioniert nicht mehr, wenn wir nicht gegeneinander antreten."

Blumfeld will eine Werte-Community, da zieht sich ein roter Faden vom "Schnauze-Deutschland"-Projekt bis zu gemeinsamen Auftritten und der neuen Zeitschrift "Unterhaltung", die Blumfeld herausgibt.

Rattay: "Früher hatte ich so ein reduziertes Gesellschaftsmodell, eine reduzierte Wahrnehmung der Realität. Ich war eingebunden in einen Punk/Autonomen-Kontext. Davon habe ich mich inzwischen wegentwickelt."

Distelmeyer: "Dieser Satz von Adorno, daß jede Form von Gesellschaft bedeutet, daß sie nicht nur ihre Mitglieder beschlagnahmt, sondern auch nach ihrem Bild erschafft, läßt sich auf alle Arten von Communities übertragen. Die Menschen haben ja auch ein Interesse daran, zu Ebenbildern eines bestimmten Gesellschaftsbildes zu werden, um so was wie Zuwendung zu bekommen. Das hast du auch in der Hafenstraße, solche Strukturen siehst du bei komplexen Zusammenhängen von 500 Leuten ebenso wie bei einem Sozialmodell von Zweien. Das will ich beschreiben, da will ich ausbrechen. Die Erklärung von Privatismen sind notwendig zum Begreifen des Politischen."

Bohlken: "Mit dem Betrachten der politischen Ebene kommt man oft nicht weiter, da erkennt man nichts, aber vom Privaten ausgehend wohl."

Distelmeyer: "Das politischste Lied von Ton Steine Scherben ist eben nicht ’Macht kaputt, was euch kaputt macht’ sondern ’Komm schlaf bei mir' "

Oje. Das laß ich mal so stehen, aber zu Distelmeyers Rede, daß ich die sonderbaren Strukturen meiner Liebesbeziehung auch in meiner Community wiederfinde und daß ich durch die Erkenntnis der einen die andere begreife, bleibt anzumerken: Zwar haben alle Formen von Communities Strukturen, aber eben nicht dieselben, noch nicht mal notwendigerweise ähnliche.

Rattay: "Bestimmte Gesellschafts-Mechanismen sind derart mit Inhalten gekoppelt, daß man sie gar nicht erkennen kann. Der sogenannte Rückzug ins Private legt den Blick darauf frei."

Distelmeyer: "Luhmann begreift die Welt als geschlossene Systeme, mit der Tendenz sich zu öffnen. Jedoch haben diese geschlossenen Systeme keine Überblick darüber, was in einem anderen geschlossenen System passiert, sie können ein anderes System nicht begreifen. Mein erster Schritt war, daß ich mich als Person erst mal selbst erkläre, beschreibe, begreife, erst dann stellt sich ein Loslösen dar. Das kann man beobachten von frühen Texten bis zu späten wie ’Sing Sing’, wo das ich verschwindet. Aber zunächst muß ich mich als Person professionalisieren, mich begreifen, von mir ausgehen. Der Selbstschutz vor Angriffen aus der Realität, die Lüge, der meist perfekt funktioniert, dadurch daß man in eine bestimmte Gesellschaftsform eingebunden ist, beispielsweise durch Theorien, nach denen man denkt und lebt, führt auch zu einem unpräzisen Umgang mit diesen Theorien. Man nutzt sie nicht, um sich in Frage zu stellen, sondern um sich zu schützen. Mich interessiert nicht, was du gelesen hast, mich interessiert erst mal alles von dir!"

Apropos unpräziser Umgang mit Theorien: Abgesehen davon, daß, wie mir Mark (der sich damit was besser auskennt) erklärte, Distelmeyer Luhmann gelinde gesagt etwas frei verfälscht, hat Blumfeld als Angriff der Realität auf meinen verfeinerten Selbstschutz funktioniert. Denn von mir war die Rede. Und private Äußerungen, die man als wahr erkennt, berühren anders als systematische Analysen – sie berühren etwas anderes. Ich bin mir nicht sicher, ob es stimmt, daß, wie Jochen sagt, Kommunikation ein sexueller Akt ist, sobald sie zu einer Berührung führt, zu einem unmittelbaren Erkennen, aber das ist auch nicht entscheidend. Wichtiger ist, daß hier jemand auf eine bisher ungehörte Weise von sich gesprochen hat, dieses schutzlose Sich-Offenbaren. Aber seine Texte sind ja keine Gefühlsäußerungen in 1:1, sie sind immer noch Kunst / Dichtung, keine Pornographie, doch zumindest die unmittelbarsten deutschen Songtexte, die ich bis heute gehört habe. Das Sich-Selbst-Erkennen in einer Blumfeld-Zeile hat bei vielen meiner Freunde zu ungewohntem Schweigen geführt. Und zu endlosen Debatten nachts in der Kneipe, wo es um Luhmann, die RAF, Erkenntnistheorien, Dylan und die Frage, ob Männer im Stehen pinkeln dürfen, ging. Und das alles wegen einer Platte aus Hamburg.





In der darauffolgenden SPEX-Ausgabe 03/92 erschien folgender Leserbrief von Jochen Distelmeyer:

Hallo,
wer ist denn für die beknackte Hervorhebung "Sex ist oft nur Onanie..." verantwortlich? Quatsch mit Soße. Mag sein, daß das so von Euch/Dir (?) erlebt wird, von mir garantiert nicht. Und überhaupt, klingt bald so als hätte ich was gegen Onanie. Empfehle hierzu "Jeder Mann kann" von Marilyn Fithian und William Hartmann. Für dumm verkaufen kann ich mich übrigens eh besser selbst, siehe Erklärungen zu Luhmann, die ich allerdings bei weitem nie so großkotzig zu Protokoll gegeben habe. Habe ich?
Apropos unpräziser Umgang mit Theorien... ach egal.
Hallo Conny Losch, daß mein Anspruch der eines Dekonstruktivisten von Pop ist, davon träum’ ich nicht mal nachts. Kerstin hat Recht. Und bitte, Karl Heinz Jung, erklär’ Du mir doch mal, wie Ober Tober Alfred zu dieser Band gekommen ist! In der Tat, große Schweinerei! Der ist nämlich nie zu den verabredeten Treffen gekommen und hat sich in letzter Minute immer wg. Cholera, Malaria, Ziegenpeter, Windpocken, Zahnschmerzen und was weiß ich entschuldigen lassen. Du Idiot. Undsoweiter undsofort.
Alles liebe, Jochen Distelmeyer, bei der Arbeit